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    Hallo,

    ich hatte heute ein interessantes Telefonat mit dem Vertriebsleiter der Firma Resaphene, die ein Produkt seit 2014 auf dem Markt haben, welches dem der Tinnitracke ähnelt. Mir ging es darum, etwas über die angebliche Studie zu dem Proukt zu erfahren. Ich wies ihn darauf hin, dass die auf ihrer Seite veröffentlichte "Studie" für mich wenig bis gar keine Aussagekraft hätte, was er auch bejahte. Also eines vorneweg, der Herr war sehr freunlich und nicht "verkaufsgesteuert", sondern hat all meine, auch teilweise sehr kritischen Fragen zu dem Thema, beantwortet. In diesem Gespräch erfuhr ich auch, dass im Moment eine Studie bei der Charité in Berlin in Arbeit sei und man im 1. Quartal 2019 mit der Veröffentlichung rechnen könnte. Zudem bot er mir an, einen Kontakt zu einem Patienten herzustellen, der im selben Ort wohnt wie ich. Dieser hätte Erfahrung mit dem Gerät und er gab auch zu, dass der T. bei ihm nicht vollständig weggegangen sei, bzw. kompensiert wurde, aber er dadurch zumindest keine Einschlafstörungen mehr hätte. Er wies mich auch darauf hin, dass der Erfolg ein großes Stück mit der Selbstdiziplin zu tun hätte (mindestens 2 Stunden Musik und dann noch nicht einmal meine hardrockaffine Musik am Tag mit InEar-Steckern hören und dass am besten am Stück). Man sollte diesen Ablauf fest in den täglichen Ablauf mit einplanen und sich auch auf eine längere Therapie einstellen. Erste Verbesserungen sollten zwar schon nach 6 Wochen erkennbar bzs. spürbar sein, aber nicht zum Absetzen der Therapie genügen.
    Ich möchte jetzt keine Einzelheiten über das Gerät hier schreiben, da jeder, der sich mit dem Thema Tinnitus beschäftigt sicherlich auch das Produkt zumindest aus dem Internet her kennt.
    Ich hoffe, dass sich der Herr aus meinem Ort bei mir meldet (aus datenschutzrechtlichen Gründen darf er mir die Kontaktdaten nicht ohne dessen Zustimmung zusenden). Deshalb muss er ihn zuerst kontaktieren.
    Musik wirkte auf mich bisher immer sehr angenehm und es wurde ja schon viel mit Musiktherapie versucht (z.B. Tinnitracks, Apps etc.).

    Wer möchte kann sich die Seite ja einmal zu Gemüte führen. Leider gibt es keinerlei Infos von Betroffenen, die es schon einmal damit probiert haben. in einschlägigen Tinnutus-Foren wurde bereits geschrieben, dass man von diese Art der Tinnitusbehandlung mit dem Gerät nicht viel hält. Mir geht es da ähnlich. Dennoch überwiegt im Moment einfach die Neugierde.

    Was ich bei dem Telefonat als sehr angenehm empfand war die Tatsache, dass man(n) mir das Teil nicht "andrehen" wollte, sondern sich eine halbe Stunde einfach austauschte.

    Ich bin einmal auf den eventuell persönlich stattfindenden Kontakt und auf die Studie sehr gespannt.
    Zuletzt geändert von kaisinho; 05.12.2018, 12:29.

  • #2
    Was ich bei dem Telefonat als sehr angenehm empfand war die Tatsache, dass man(n) mir das Teil nicht "andrehen" wollte, sondern sich eine halbe Stunde einfach austauschte.
    Womit er wahrscheinlich genau den Eindruck erweckt hat, den er dir geben wollte. Jedenfalls klingt das für mich wie ein normales Verkaufsgespräch.

    Interessant ist dabei die Studie von der Berliner Charité. Allerdings konnte ich sie auf clinicaltrials.gov nicht finden. Sie wurde also womöglich nicht vorab registriert, was schon mal wenig vertrauenswürdig ist.

    Ich kann da nur empfehlen sich an die Fakten zu halten und nicht an den persönlichen Eindruck des Verkäufers und anekdotischer Evidenz.

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    • #3
      Da der Kontakt zu dem Herrn aus Saarbrücken nicht zustande gekommen ist, habe ich Abstand von dem Kauf des Gerätes genommen. Auch ich konnte keinerlei Infos über eine Studie bei der Charité in Berlin bekommen. Der gute Mann riet mir ab, mich dort zu melden um den Stand abzufragen. Er meinte, sie seien dort immer sehr genervt. Naja, zu diesem Thema werden wir dann ja sicherlich in ein paar Monaten mehr hören, oder es ist eine der vielen Fakes.

      Am Mittwoch hatte ich das Onlineseminar mit Dr. Uso Walter aus Duisburg. Es war wider Erwarten sehr interessant. Er hatte dabei auch das erwähnt, was du Der Gepeinigte in einem anderen Thread bereits geschrieben hattest. TRT, Noiser etc., was man bisher als die beste Alternative sah, bringen lt. den neusten Erkenntnissen nichts. Er verwies auf 2 Säulen, von denen man ausgeht, dass sie helfen können. Zum einen wäre das eine kognitive Verhaltenstherapie, wobei mir als Laie da nicht so recht der Unterschied zu der beim TRT üblichen Psychotherapie klar ist. Zum anderen gibt es tatsächlich nach seiner Aussage Studien darüber, dass eine Hörgeräteversorgung (am besten ohne Noiserfunktion) sehr gut helfen soll. Auf meine Frage, ob dies auch, wie bei mir, mit nur einer 10%iger Hörminderung helfen könnte, bejahte er sofort und gab auch sofort die Erklärung dazu ab. Je mehr Geräusche man von Aussen wahrnimmt umso besser ist es für das Ausblenden des Tinnitus. Das deckt sich auch mit meiner 14-tägigen Testphase mit Hörgeräten, wonach ich, wenn auch nur im unteren Prozentbereich, eine Verbesserung verspürte. Da ich aber nicht restlos überzeugt war, gab ich die Teile wieder zurück. Vielleicht hätte hier eine längere Nutzung bessere Ergebnisse erzielt.
      Er gab aber auch an, das die KK nicht immer dem Vorschlag des HNO folgen und ein Hörgerät genehmigen. In diesen Fällen sollte man eben einen Noiser beantragen und dann ein Kombigerät anpassen lassen und die Differenz selbst tragen. Das wäre allemal billiger, als ein komplettes Hörgerät selber zu kaufen.

      Alles in allem war es sehr informativ . Eine weitere Frage von mir bezüglich der Intensität des Tinnitus und ob er sich tatsächlich verändert oder die Wahrnehmung dazu konnte er mir in einem längeren Vortrag erklären. Scheinbar ist es so, dass alle Menschen Ohrgeräusche haben. Die meisten Personen sind dabei in der Lage, die wichtigen Töne von den unwichtigen zu trennen und auszublenden. Das scheint bei uns eben nicht mehr zu funktionieren. Dabei ging er auch auf die Häarchen im Ohr ein, die auch eine Aufgabe haben und eben mit der Zeit absterben. Das würde zumindest erklären, warum ich 45 Jahre einen komplett kompensierten Tinnitus hatte, den ich, wenn ich mich anstrengte, auch hörte, aber dierkt komplett in den Hindergrund drängen konnte. Das funktioniert halt jetzt nicht mehr so gut. Natürlich wollte er auf nochmaliges Nachhaken von mir eine echte Veränderung nicht ausschliessen, meinte aber, dass dies eher die Ausnahme wäre.

      Der gesamte Onlinevortrag dauerte 1 Stunde und er verwies auf eine von ihm und anderen Personen programmierte App namens Kalmeda.Sie ist kostenlos und wird ständig erweitert. Für IOS wird es sie aber erst ab Weihnachten geben. Android gibt es sie jetzt schon. Ich werde sie mir einmal genauer ansehen.

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      • #4
        Er verwies auf 2 Säulen, von denen man ausgeht, dass sie helfen können. Zum einen wäre das eine kognitive Verhaltenstherapie, wobei mir als Laie da nicht so recht der Unterschied zu der beim TRT üblichen Psychotherapie klar ist
        In seiner ursprünglichen Form nach Jastreboff ist TRT keine Psychotherapie. Der einzige Bestandteil, der einer Psychotherapie nahekäme, ist das sogenannte Tinnitus-Counselling, was einer Psychoedukation entspricht.

        In Deutschland wurde diese Konzept aber verändert (Puristen würden sagen verwässert), da man sogar hier erkannte, dass das eigentlich nichts bringen kann. Deswegen kann TRT hierzulande auch Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie umfassen. Der Hörgerätakustiker nimmt das Geld für die nutzlosen Noiser natürlich gerne mit.

        Zum anderen gibt es tatsächlich nach seiner Aussage Studien darüber, dass eine Hörgeräteversorgung (am besten ohne Noiserfunktion) sehr gut helfen soll.
        Dann fragt sich natürlich welche Studien das sein sollen. Die Matanalyse, auf die ich schon kurz kurzem verwiesen habe, spricht da eine andere Sprache:
        https://www.cochranelibrary.com/cdsr....pub2/abstract

        Auf meine Frage, ob dies auch, wie bei mir, mit nur einer 10%iger Hörminderung helfen könnte, bejahte er sofort und gab auch sofort die Erklärung dazu ab. Je mehr Geräusche man von Aussen wahrnimmt umso besser ist es für das Ausblenden des Tinnitus.
        ...oder die Außengeräusche maskieren den Tinnitus, so wie ich ja in dem anderen Thread vermutet habe. Allerdings frage ich mich schon ob man bei einer geringen Hörminderung wirklich Unterschiede im Alltag mit einem Hörgerät bemerkt.

        Scheinbar ist es so, dass alle Menschen Ohrgeräusche haben. Die meisten Personen sind dabei in der Lage, die wichtigen Töne von den unwichtigen zu trennen und auszublenden. Das scheint bei uns eben nicht mehr zu funktionieren.
        Also kam da auch das Standardargument mit den "Hörfiltern" und dem Heller-Bermann-Experiment, was ich, wie bereits gesagt, nicht überzeugend finde.

        Im Jahr 2008 habe ich aufgehört aufmerksam die Tinnitus-Forschung zu verfolgen. Traurig zu sehen, dass sich in den letzten 10 Jahren praktisch nichts verändert hat.

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        • #5
          Hallo Kaisinho! Hallo Gepeinigter!

          Voll Interesse lese ich Eure Beiträge.
          Hier gibt es einen Vergleich von Tinnitracks und Tinniwell, sowie einer etwas älteren App:
          http://www.web-gesundheit.de/feature...-im-vergleich/

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