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Tinnitus wird nach Antidepressivum (Sertralin) lauter. Absetzen oder Durchhalten?

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  • Tinnitus wird nach Antidepressivum (Sertralin) lauter. Absetzen oder Durchhalten?

    Hallo zusammen,

    vielleicht kann mir jemand helfen. Ich habe seit sieben Jahren nach dem Besuch eines lauten Konzerts einen Tinnitus rechts. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war es mir gelungen, einen Umgang mit dem Problem zu finden. Brauchte ich anfangs noch Rausch-CDs zum Einschlafen und zum konzentrierten Lesen, so kam ich im Laufe der Zeit immer besser mit meinem – dabei stets gleichbleibend hörbaren – Tinnitus klar. Mein Problem: Seit einigen Monaten leide ich unter nicht tinnitusbedingten Schlafstörungen. Nachdem mein Hausarzt alle organischen Ursachen ausschloss, verschrieb er mir zunächst als Schlafmittel eingesetzte, also niedrig dosierte Antidepressiva. Deren Erfolg war nicht allzu durchschlagend, so dass er mir – ausgehend von der von mir geteilten Vermutung, dass psychischer Stress und depressive Verstimmungen ursächlich seien – eine Therapie mit dem Antidepressivum Sertralin vorschlug. Seit dreieinhalb Wochen nehme ich das Mittel morgens, während ich am Abend weiterhin ein anderes, sedierendes und schlafförderndes Antidepressivum einnehme. Nun zu meinem Problem: Das Sertralin wirkt zwar sehr positiv auf meine Stimmung, seit zweieinhalb Wochen aber hat sich die Lautstärke meines Tinnitus erhöht – gefühlt ungefähr das Doppelte der vorherigen Lautstärke. Nun bin ich unschlüssig – zumal ich bei Recherchen im Netz zu meiner Verblüffung feststellte, dass Sertralin in einer 6-wöchigen Studie offenbar erfolgreich zur Behandlung von Tinnitus eingesetzt wurde (http://journals.lww.com/psychopharma...innitus.8.aspx)! Könnte es sein, dass das Ohrgeräusch erst einmal lauter wird und danach wieder leiser? Ein paar Einträge in Foren aus England und den USA könnten darauf hindeuten, sind aber ein bisschen vage. Meine Frage: Hat jemand Erfahrungen mit Sertralin gemacht, die mir weiterhelfen könnten bei der Frage, ob ich es noch eine Weile mit dem Medikament versuchen oder das Ganze doch lieber absetzen / "ausschleichen" sollte? Ich wäre sehr dankbar für Hinweise und Erfahrungsberichte.

    Viele Grüße

  • #2
    AD wechseln, mit dem Doc sprechen

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    • #3
      Hallo Felix Culpa,

      wie hast Du Dich entschieden?

      Meine Ohrgeräusche waren durch die Einnahme des AD Trevilor leiser geworden, aber umgedreht ist es durch aus denkbar.
      Das Glück hängt von den guten Gedanken ab, die man hat.

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      • #4
        Hallo Felix,

        steht das mit den Ohrgeräuschen im Beipackzettel?
        Ich würde den Arzt fragen und wenn es sich nicht bessert auf ein anderes AD umsteigen.

        Ich nehme Opipramol 150 mg und mein Tinnitus hat sich unter der Einnahme nicht verändert!

        Wünsche dir gute Besserung!

        LG
        Skyler

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        • #5
          Vielen Dank für die Antworten und Hinweise!

          Ich habe übermorgen einen Termin bei meinem Hausarzt und werde ihm die Problematik schildern. Das Dumme ist eben, dass mir das Antidepressivum wirklich immens hilft. Sonst hätte ich es ohne zu zögern nach dem Lauterwerden meines Ohrgeräusches sofort abgesetzt. Jetzt befinde ich mich in einem merkwürdigen Stimmungsgemisch aus 70 % Lässigkeit und 30 % Tinnituspanik. Meine Angst ist eben, dass ich durch einen AD-Umstieg möglicherweise keine so gute antidepressive Wirkung mehr erziele wie mit Sertralin und schlimmstenfalls meine erhöhte Tinnituslautstärke auch nach dem Wechsel bleibt.
          Die häufige Nebenwirkung Tinnitus ist im Beipackzettel aufgeführt – neben anderen gruseligen Dingen. Mein – für meine Begriffe sehr fähiger – Hausarzt hat mir davon abgeraten, den Beipackzettel überhaupt zu lesen. Ich werde ihn nach den beiden von Euch genannten Antidepressiva fragen, die den Tinnitus zumindest nicht verschlimmert haben.

          Ich halte Euch auf dem Laufenden.

          Nochmals lieben Dank für die Antworten!

          Felix

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          • #6
            Ich habe mit Amitriptylin-Tabletten (gebunden an Hydrochlorid) gute Erfahrungen gemacht. Nehme sie seit bald 4 Wochen, morgens und abends je 10 mg. An 30-50% der Tage ist der TT als solcher weniger agressiv, stecke ich ihn besser weg, schlafe ich besser und bin ich ingesamt ruhiger und entspannter.

            Hinweis: Die Wirkung ist individuell sehr verschieden, d.h. sie kann bei anderen ähnlich, noch stärker positiv, aber auch negativ sein.

            Ylander

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            • #7
              Soll Amitriptylin eher bei rauschenden/brummenden TT helfen oder ist es egal welchen "Art" von TT? Nebenwirkungen?

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              • #8
                Amitriptylin ist kein spezielles Mittel gegen TT, sondern ein AD. Ich testete Off-Label gegen TT, da es lt. Berichten eine positive Wirkung auf TT haben soll. Eine bestimmte Präferenz von Ohrgeräuschen gibt es nicht.

                Ich habe bei mir selbst keine nennenswerten Nebenwirkungen des Medikaments festgestellt, aber die Dosis ist auch recht gering.

                Ylander

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                • #9
                  Kurz zum aktuellen Stand: Ich bleib vorerst beim Sertralin. Mein Hausarzt sagt, dass Opipramol für meine Zwecke ungeeignet sei, weil ich mit meinem Antidepressivum hochkonzentriert arbeiten können möchte und daher sedierende Effekte eher zu vermeiden sind. Amitriptylin wiederum habe ich anfangs ausprobiert – mit eher ernüchternden Resultaten: Ich hatte das betäubende Gefühl, komplett neben mir zu stehen. Trevilor wäre eine Option, sagte mein Arzt, wenngleich er bessere Erfahrungen mit Sertralin gemacht habe, was die antidepressive Wirkung angeht. Zudem verwies er auf den schon von mir recherchierten Umstand, dass Sertralin erfolgreich zur Behandlung von Tinnitus eingesetzt wurde.
                  Er schlug mir eine Reizstromtherapie an der Halswirbelsäule vor, weil er sich vorstellen kann, dass das Lauterwerden des TT auch mit meiner miserablen Körperhaltung zu tun haben könnte. Die Kombination einer solchen intensiven Therapie (3-mal wöchentlich, insgesamt zunächst 8-mal) mit Gingium-intens-Tabletten (120 mg) habe einigen seiner Tinnitus-Patienten helfen können.
                  Das probiere ich also erst mal. Da ich das Privileg genieße, von zu Hause arbeiten zu können, kann ich durch meine Rausch-CD – die sich als MP3 auch gut über den PC abspielen lässt – den Tinnitus maskieren, nachts läuft die CD – wenn es sein muss – auf Endless-Repeat, und dann gibt’s ja auch noch MP3-Player.
                  So halt ich mich also erst mal über Wasser. Ich werde bei Interesse von meinem weiteren Schicksal berichten – auch wenn die Sache positiv endet (das ist ja oft das Problem bei solchen Foren: dass die positiven Feedbacks unterrepräsentiert sind, weil die Rekonvaleszenten sich oft in den Alltag verabschieden, während die Langzeitfälle weiterhin eifrig posten).

                  Viele Grüße

                  Felix

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                  • #10
                    Zitat von Gisi Beitrag anzeigen
                    Meine Ohrgeräusche waren durch die Einnahme des AD Trevilor leiser geworden, aber umgedreht ist es durch aus denkbar.
                    Nimmst Du Trevilor noch? Falls nein ist Dein TT nach dem Absetzen wieder lauter geworden oder leiser geblieben?

                    @Alle: generell würde mich interessieren ob ein TT nur während der Einnahme eines AD leiser wird und nach absetzen wieder lauter wird oder ob der TT auf dem leisen Niveau bleibt. Natürlich immer vorausgesetzt das AD hat einen positiven Effekt auf den TT...

                    Kommentar


                    • #11
                      Okidoki
                      das Antidepressivum Mirtazapin war das einzige Medikament, von den diversen, die ich vor Jahren versuchte,das eine gewisse Wirkung auf den TT
                      zeigte. Das Mittel erzeugte das Gefühl, den T. in den Hintergrund drängen zu können,
                      man nahm diese Störungen wirklich weniger wahr.
                      Leider waren bei mir die Nebenwirkungen ( erhebliche Gewichtszunahme unter dem Mittel,
                      Schlafstörungen von übelster Art( habe sonst keine! !Schlafstörungen ohne Medikamente) zu
                      gravierend, nach rund 8 Mt. setzte ich das Mittel ab.

                      Nach Absetzen des AD war es wieder wie vorher. Irgendwie war alles unter dem Mittel
                      doch " irgendwie anders".
                      Es gibt viele Wege. Folge dem Richtigen.

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                      • #12
                        Zitat von Okidoki Beitrag anzeigen
                        Nimmst Du Trevilor noch? Falls nein ist Dein TT nach dem Absetzen wieder lauter geworden oder leiser geblieben?

                        @Alle: generell würde mich interessieren ob ein TT nur während der Einnahme eines AD leiser wird und nach absetzen wieder lauter wird oder ob der TT auf dem leisen Niveau bleibt. Natürlich immer vorausgesetzt das AD hat einen positiven Effekt auf den TT...
                        Hallo Okidoki,

                        nehme immer noch Trevilor, da ich eine mittelschwere Depression hatte und Ohrgeräusche. Vorher hatte ich noch 3 andere ADs ausprobiert, es ging mir da seelisch besser, nur die hatten keine Wirkung auf die Ohrgeräusche. Erst durch Trevilor kam ich aus der Depri ganz raus und da zogen sich auch die Ohrgeräusche zurück, so dass ich damit leben kann.
                        Das Glück hängt von den guten Gedanken ab, die man hat.

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