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Stapedius-tics

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  • Stapedius-tics

    Hallo liebe Mitglieder,

    ich bin 28 Jahre alt und leide nun seit ende 2014 an sogenannten "Stapedius-tics im Mittelohr" (Myoklonus).
    Angefangen hat das ganze plötzlich Nachts und hat mir dann bis zur Erstdiagnose, 3 Monate später etliche schlaflose Nächste beschert.
    Als es erstmalig auftritt nahm ich das ganze im linken Ohr als "klopfendes" "trommelfellschwingendes" Geräusch war, selbst Leute in meinen Umfeld konnten es hören.
    Nach meinen Ärztemarathon, versuchte man verschieden Behandlungsformen um das Problem in den Griff zu bekommen:

    -Magnesium hochdosiert
    -Ginko
    -Vitamin B12
    -Akupuntur
    -Infusionen
    -eine Aufbissschiene vom Zahnarzt
    -Physiotherapie, bis hin zum Heilpraktiker
    (das sind nur ein paar Sachen, ich könnte die Liste noch beliebig weiterführen...)

    Viele Ärzte hatten meiner Meinung nach selbst keine Ahnung was sie da behandeln und hielten mich auch teilweise für Irre. Ich habe dann im Internet einen Arzt bei mir in der nähe kennengelernt der zumindest Ahnung davon hatte und sich gut auskannte, er sagte mir es gäbe die Möglichkeit den Stapedius Muskel mit Botox zu lähmen bzw gleich durchtrennen zu lassen.
    Ende 2015 war es dann so schnell wie es kam auch wieder weg und ich konnte mein Glück kaum fassen, es ist eine wahnsinnige Belastung und man fühlt sich absolut hilflos und zweifelt selbst schon an sich...

    Nun gut 2 Jahre später ist das "klopfen" wieder zurück, diesmal auf dem rechten Ohr. Ich wusst ja sofort mit was ich zu tun habe deswegen lies ich mich von meinen HNO Hausarzt in eine Klink speziell für HNO Erkrankungen überweisen.
    In der Klinik wurden dann verschiedene Tests mit meinen betroffenen Ohr durchgeführt, unter anderen auch ein Stapedius-Reflex Test auf dem deutlich zu sehen war das dass Diagramm der Aufzeichnung teilweise den Rand des messbaren überschritt. Anstatt mir aber Therapie Möglichkeiten (ggf. eine Operation) anzubieten, hieß es ich solle meine Hausarzt aufsuchen und mir Psychopharmaka verschreiben lassen, sie können mir nicht helfen, haben keine Erfahrung damit.... ich meine ganz ehrlich, soll das die Lösung für das Problem sein?? Ich fühl mich verrascht und absolut nicht ernst genommen! Ich habe der sogenannten Oberärztin dann auch deutlich gesagt was ich davon halte, zack nicht ihren Vorstellungen entsprochen hat sie beleidigt, ja fast schon wütend den Raum verlassen....

    Nun stehe ich wieder bei 0 da, deswegen wende ich mich an euch, hat jemand Erfahrungen mit diesem Thema bzw hat sich jemand schon so einer Operation wie der Durchtrennung des Stapedius Muskels unterzogen oder kann mir einfach sagen wo ich mich in Deutschland noch hinwenden kann? (Spezialisten? Kliniken? etc.)

    Vielen Dank im voraus und Liebe Grüße

  • #2
    Versuch es mal mit Carbamazepin. Ansonsten könntest du dich an die HNO-Klinik Bielefeld wenden.

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    • #3
      Hi Steffi,
      da können wir und die Hand reichen, mir geht es ähnlich wie Dir - zumindest was Dein Ärzte-Marathon betrifft. Ich glaube, es waren zwölf HNO-Docs nötig, bis Letzterer endlich meine Stapedius-Tics überhaupt mal diagnostizieren konnte.

      Im Unterschied zu Dir sind meine Tics allerdings nicht von außen hörbar, wie Du schreibst, das habe ich allerdings auch noch nicht getestet, auch weil diese Tics nur zu bestimmten Zeiten und/oder Anlässen auftreten.

      Ich kann also die Uhr stellen und ziemlich präzise nach ca. einer Stunde nach dem abendlichen Einschlafen (!) fängt es in einem Ohr an zu zucken, und an Weiterschlaf ist dann erst mal nicht zu denken.

      Vielleicht als Tipp für Dich:
      Wenn ich dann - mitten in der Nacht (!) - ein paar Schritte in der Wohnung auf und ab gehe, dann beruhigt sich der Muskel nach ca. zwei Minuten wieder und ich kann im Bett anschließend wieder einschlafen.
      Das geht dann bis zum Morgen noch ein bis zweimal so weiter, aber als Rentner muss ich nicht mehr nach Uhrzeit aufstehen, sondern gönne mir diese Aktion so lange hinauszuzögern, bis ich ausgeschlafen bin, egal wie spät es ist.

      Als mögliche Lösungsansätze sind mir bis jetzt auch "nur" die Durchtrennung des msc.stapedius vorgeschlagen worden ("wenn es gar nicht mehr geht"). Da dies aber mit einigen Nebenwirkungen verbunden ist (verstärkte Lärmempfindlichkeit usw.), habe ich bislang davon Abstand genommen, aber noch nicht endgültig.

      Mit der Vergabe von Muskelrelaxanzen sind die Ärzte ziemlich restriktiv, aber ich bin auf der Suche nach einem Doc, der das gerne bei mir in vernünftigem Rahmen (wenn das überhaupt möglich ist) gerne mal austesten möchte.
      Im Netz wird diese Erscheinung "Spasmen des msc.stapedius" leider kaum diskutiert und Lösungsvorschläge zur Selbsthilfe oder Therapie unter ärztlicher Aufsicht kaum zu finden, wenn einem die HNO-Docs schon nicht weiterhelfen können. Ist wohl eine ziemlich selten auftretende Erscheinung.

      Und wie schon erwähnt, ist eine Durchtrennung des Muskel womöglich in jeder HNO-Klinik durchführbar. Mir wurde von den beiden Doc's, die überhaupt mal von diesem Phänomen gehört haben mitgeteilt, dass dies Routineeingriffe seien.
      Viel Erfolg und Gruß von
      Castor



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      • #4
        Ist ein massiv erhöhter Stresslevel evtl. eine Möglichkeit für gesteigerte Stapedius-aktivität?

        Und was soll eingetlich die Durchtrennung desselben bewirken, wenn seine Funktion (zumindest lt. Flexikon) eher vorteilhaft sein dürfte
        :
        ... in der Lage, das Ligamentum anulare stapedis zu spannen und die Fußplatte des Stapes in der Fenestra ovalis zu verkanten. Damit führt eine Kontraktion des Muskels zur Abschwächung der Schwingungen im ovalen Fenster. Dieser Mechanismus ermöglicht die Desensibilisierung des Gehörsinnes während der Sprachproduktion durch den Organismus, sowie die Anpassung der Empfindlichkeit des Gehörs...

        Will nur sicher gehen, dass ich nicht in eine komplett falsche Richtung denke.


        Ach ja und bevor ich mir irgendwas durchschnippeln ließe, würde ich doch tatsächlich lieber mal die bunten Pillen ausprobieren.
        Manchmal helfen die mehr als man glaubt.
        Bei mir piept´s... Und summt... Und rauscht... Und brummt... Und pfeifen tut´s erst recht.
        Und darum gehts mir schlecht!

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        • #5
          Ist ein massiv erhöhter Stresslevel evtl. eine Möglichkeit für gesteigerte Stapedius-aktivität?
          Wenn der Kreislauf besondere Fahrt aufnimmt, dann existiert hier ein Zusammenhang mit intensiverem Auftreten der Zuckungen. Stelle ich häufiger fest, wenn am Tag viel Kaffee getrunken oder intensiv Sport betrieben wurde. Wobei Letzteres nach ein paar Glas Bier sich manchmal auch wieder ein wenig neutralisieren ließ.

          Und was soll eingetlich die Durchtrennung desselben bewirken, wenn seine Funktion (zumindest lt. Flexikon) eher vorteilhaft sein dürfte
          Als ultima ratio bewirkt die Durchtrennung dieses häufiger mitten in der Nacht zuckende Muskel eben, dass diese Zuckungen aufhören, nicht mehr und nicht weniger!

          Damit führt eine Kontraktion des Muskels zur Abschwächung der Schwingungen im ovalen Fenster.
          Dabei handelt es sich genau die von mir zitierten Nachteile, wenn die Schutzfunktion dieses Muskels ausfällt und eine plötzliche Lärmimmision das Gehör schaden kann

          zu 3 :Schutz- und Dämpfungsfunktion
          Ab ca. 80 dB kontrahiert der Stapediusmuskel und dabei wird der Steigbügel ein wenig aus dem Ovalen Fenster herausgekippt. Diese Bewegung wird über Amboß und Hammer auf das TF übertragen, das folglich In Richtung Äußerer Gehörgang ausgelenkt wird. Dabei wird die Sehne des Trommelfellspannmuskels gedehnt.
          Dehnungsrezeptoren in dieser Sehne sorgen für eine eigenreflektorische Zusammenziehung des TF-Spannmuskels.

          https://webcache.googleusercontent.c...t=firefox-b-ab
          Und in meinem Fall mit bereits vorhandener Lärmempfindlichkeit ("Hyperakusis") eben mit besonderer Vorsicht auszuführen.

          Ach ja und bevor ich mir irgendwas durchschnippeln ließe, würde ich doch tatsächlich lieber mal die bunten Pillen ausprobieren.
          In meiner naiven Denkweise kommen eben nun die sog. Muskelrelaxanzen ins Spiel, die aber nur sehr zurückhaltend verschrieben werden. Ansonsten empfohlene Gaben wie Magnesium oder Vitamin B haben leider nichts bewirkt.

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          • #6
            In meiner naiven Denkweise kommen eben nun die sog. Muskelrelaxanzen ins Spiel, die aber nur sehr zurückhaltend verschrieben werden. Ansonsten empfohlene Gaben wie Magnesium oder Vitamin B haben leider nichts bewirkt.
            Dann wiederhole ich mich nochmal: Lass dir Carbamazepin verschreiben. Es wird in der Literatur als medikamentöse Therapiemöglichkeit für solche Fälle beschrieben.

            Beispiel:

            "Serie scharfer Klicks (Dauer mehrere Sekunden bis Minuten): Ätiologie: Tetanische Kontraktionen der Muskeln (Myoklonien) des weichen Gaumens (kann vom Untersucher beobachtet werden) und/oder des Musculus tensor tympani und Musculus stapedius, die auf Läsionen im sogenannten Myoklonusdreieck (Nucleus ruber, untere Olive, Nucleus dentatus) zurückgeführt werden. Therapie: Botulinus-Toxin kann in den weichen Gaumen injiziert werden. Auch die operative Durchtrennung des Musculus tensor veli palatini oder des Musculus stapedius ist häufig erfolgreich, sollte aber nur mit zurückhaltender Indikation betrieben werden, da durch Ausfall des Stapediusreflex eine irreversible Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) resultiert. Gelegentlich helfen Carbamazepin (Tegretal®, Timonil®)"
            Quelle: https://www.thieme-connect.com/produ.../s-2004-829994

            Was die "bunten Pillen" betrifft: Die wirken hauptsächlich bei schweren psychischen Störungen besser als Placebos. Sofern es keine Hinweise auf eine spezifische Wirksamkeit gegen deine Probleme gibt, würde ich davon eher absehen. Falls doch eins nötig sein sollte, würden mir als erstes Mirtazapin und Pregabalin einfallen. Mirtazapin hat leider als Nebeneffekt Gewichtszunahme. Beispielsweise habe ich davon etwa 30 kg zugenommen. Glücklicherweise machte das bei mir nichts aus, denn vorher hatte ich ohnehin starkes Untergewicht und habe nun mein Normalgewicht erreicht.
            Zuletzt geändert von Der Gepeinigte; 01.02.2018, 09:59.

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            • #7
              Ich meinte das mit den bunten Pillen auch vor allem erstmal als (Kurzzeit-)Test über 2 - 3 Tage, ob es vlt. überhaupt psychisch (mit)indiziert sein könnte.

              Mir würden da auch erstmal die Benzodiazepine einfallen; ggf. noch Opipramol (statt Mirtazapin).
              Beim Carbamazepin bin ich mir nicht sicher, ob es "kurzfristig" Wirkung zeigen würde...
              Bei mir piept´s... Und summt... Und rauscht... Und brummt... Und pfeifen tut´s erst recht.
              Und darum gehts mir schlecht!

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              • #8
                Mir würden da auch erstmal die Benzodiazepine einfallen; ggf. noch Opipramol (statt Mirtazapin).
                Benzodiazepine sind zwar hochwirksam gegen Angst- und Unruhezustände die mit Tinnitus einhergehen können, jedoch machen sie oft schnell stark abhängig. Der Entzug wird von manchen als schlimmer als Heroin beschrieben, sogar dann wenn es langsam über Monate (oder Jahre) ausgeschlichen wird. Bei Tinnitus würde ich sie eher als eine Art "Notfallmedikament" nutzen und nicht als Dauerlösung.

                Bei Opipramol stört mich hauptsächlich, dass es zusätzlich ein D2-Antagonist ist. Dafür hat es aber auch ein geringeres Risiko für Gewichtszunahme.

                Beim Carbamazepin bin ich mir nicht sicher, ob es "kurzfristig" Wirkung zeigen würde...
                Wenn es gegen die Stapedius-Tics hilft, dann muss man es wohl lebenslang nehmen. Keine Ahnung, wie hoch man es dosieren muss und wie lange man es nehmen muss um eine Wirkung festzustellen. Aber es wäre sicher eher einen Versuch wert, als die Operation.

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                • #9
                  Hallo hier muss ich mal einhacken, mir hilft Diazepam (Benzo) gut, wenn ich stärkere Probleme habe bei meinem Tinnitus. Es entspannt, macht müde und fährt meinen Tinnitus nach einem Anfall/Verschlechterung wieder runter (ca. 50%) . Ich nehme es ca. 1-2 die Woche. Komme die Tage dazwischen auch ohne aus. Würde deshalb auch nicht voschnell das Zeug verteufeln, wenn man es nicht täglich einnimmt. Habe auch keine Enzugserscheinungen, wenn ich es einige Tage nicht benötige. Ob es gegen die angesprochenen Tics hilft müsste ausprobiert werden.
                  LG
                  Zuletzt geändert von aeonensturm; 08.02.2018, 22:42.

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                  • #10
                    Hallo,

                    nachdem ich durch Recherche im Internet auf diesen Beitrag gestoßen bin, habe ich mich jetzt auch angemeldet.

                    Bin derzeit auch ziemlich down, da kein Doktor, HNO, usw. eine Antwort auf meine Probleme hat. Würde mich freuen, wenn ich dazu Gleichgesinnte finden könnte.

                    Ich bin mir nicht sicher ob ich auch so eine Myoklonie, oder auch Tonic Tensor Tympani Syndrom, Stapedius Tics, Gaumensegeltremor usw. habe.

                    Meine Symptome:

                    - seit ca. 2-3 Monaten
                    - nur ein Ohr derzeit belastet
                    - kein pfeiffen, knistern, bzw. sonstige Töne, Geräusche usw.
                    - einmal in der Art, als würde im Ohr ein MG eine Salve abfeuern, kurz für 2-3 Sekunden (ähnlich dem Pulsschlag vom Herzen - aber sehr, sehr, schnell hintereinander)
                    - dann wieder mehr so ein flattern, als würde das Trommelfell zittern, jedoch wie erwähnt, .. das ist kein Ton. Mehr als würden Muskel, oder Sehnen verrückt spielen. Ähnlich dem Augenlidzucken.
                    - nicht von außen wahrnehmbar und wenn, dann total schwierig, da es unerwartet auftritt und nur für ein paar Sekunden.
                    - gelegentlich bin ich auch der Meinung, das beim Auftreten dieser Symptome auch im Bereich hinterer Gaumen, sich etwas zusammenzieht - bin mir aber nicht ganz sicher.
                    - die Symptome dauern von ca. 2 - 6 Sekunden; treten einerseits mehrmals in der Stunde auf, dann wieder für ein paar Stunden Ruhe - absolut unregelmäßig

                    Wie beschrieben, bisher habe ich nur im Netz "Antworten" gefunden. Im Gegenteil, man muss vorsichtig sein, nicht gleich als "Irrer", Psychopath oder Hypochonder abgestempelt zu werden.

                    In einem anderen Forum konnte ich zumindest von einem Arzt folgende, für mich logische, und der Sache noch am nähersten, Diagnose finden:

                    es handelt sich mit anzunehmender Sicherheit und um um einen sog. Myoklonus des Steigbügelmuskels (M. stapedius),evtl auch zusätzlich des Trommelfellspannermuskels (M. tensor tympani). Die Ursachen sind auch heute noch unklar. Es bestehen wahrscheinlich Zusammenhänge mit Verspannungen der Hals- und der Kaumuskulatur. Gesichert ist das allerdings nicht! Man kann aber bei entsprechenden Beschwerden einen versierten Chirotherapeuten bzw. beim Kauapparat einen entsprechend weitergebildeten, "gnathologisch" tätigen Zahnarzt oder Kieferorthopäden, oder sogar beide, konsultieren. Die medikamentöse Therapie bringt im Allgemeinen wenig bis garnichts. Man kann aber, bei starken Beschwerden einen Therapieversuch mit Muskelrelaxantien und Tagestranquilizern versuchen (Clonazepam soll in Einzelfällen wirksam sein).
                    Wenn der Myoklonus des Mittelohrs gesichert ist gibt es eine definitive Therapie mit der mikrochirurgischen Durchtrennung der beteiligten Muskeln im Rahmen einer sog. Tympanotomie. Das hört sich schlimm an, ist aber ein relativ kleiner, schneller und für einen Mittelohrchirurgen unproblematischer Eingriff. Er sollte aber erst nach Ausschöpfen der og Therapieoptionen ins Auge gefasst werden!
                    Dieses "unkontrollierte" in meinem Kopf macht mich fast wahnsinnig. Auch der Ausblick, dass es wohl nix dagegen gibt, verschlimmert das Ganze.
                    Nur mit einem Austausch mit Gleichgesinnten würde ich mir Hoffnung/Beruhigung versprechen.

                    Ich bewundere immer wieder die Leute hier (zumindest viele aber natürlich nicht alle), die mit Ihrem Tinnitus so zurecht kommen. Ich bin da viel zu labil und sehr ängstig.

                    Aber vielleicht finde ich hier Leidensgenossen, würde die Sache zumindest "erleichtern"!


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                    • #11
                      Hi Carolus,
                      erstmal empfehle ich den Versuch, die Anspannungen ein wenig herunterzufahren. Meine Story oben kennst Du ja, ich kann das beurteilen!

                      Denn wenn Du Dich zusätzlich zu den Beschwerden, die ja alleine für sich genommen schon unangenehm genug sind, dann noch zusätzlich selbst belastest mit negativen Gedanken und Stimmungen, dann fällt Dir eine Bewältigung dieser Belastungen nochmal so schwer.
                      Außerdem können zunehmende psychische Belastungen aufgrund mentaler Überlastungen Deine Symptome womöglich noch verstärken, also noch ein Grund mehr, ein wenig innezuhalten zu versuchen.

                      Deine Beschreibungen deuten in der Tat auf den Stapedius-Muskel, der wie in meinem Fall womöglich außer Kontrolle geraten ist. In meinem Fall besonders mehrmals in der Nacht auftretend, wobei wie ein Perpetuum mobile die Zuckungen nicht von selbst aufhören. Sondern ich kann diese nur stoppen durch ein paar Schritte auf und ab in der Wohnung, was den Schlaf natürlich unterbrechen muss, und am frühen Morgen ist dann eine Rückkehr zum Tiefschlaf manchmal ausgeschlossen, besonders wenn es im Sommer schon früher hell wird draußen.

                      Mir hat geholfen der Versuch einer entspannteren Hinwendung zu diesen Beschwerden, denn mich noch zusätzlich aufzuregen über etwas, was ich sowieso nicht ändern kann, das bringt mir nicht viel.

                      Empfehlungen:
                      Autogenes Training bzw. wie beschrieben eine möglichst stressfreie Atmosphäre herstellen - ich weiß selbst, leichter gesagt als getan.
                      Mir ist aufgefallen, nach abendlichem Genuss von Wein bzw. besonders Bier und Wein nacheinander - gar nicht mal besonders große Mengen - können die Muskelzuckungen intensivieren.Nach körperlicher Belastung tagsüber kommen diese Zuckungen in der Nacht manchmal alle Stunde zum Vorschein, wobei verstärkter Alkoholgenuss wie oben beschrieben das Ganze nochmal intensiviert.

                      Insofern würde ich Deine Lebensweise mal in dieser Richtung überprüfen und mit verschiedenen Tests (Ernährung, Entspannung usw.) erstmal herausfinden versuchen, ob sich - zumindest vorübergehend - an Deinen Beschwerden überhaupt etwas ändert und diese Tics womöglich beeinflussbar sind. Und wenn ja, in dieser Richtung weiter testen.

                      Medikamentöse Tests - also nur vorübergehend zur Klärung der Frage, ob der Muskel überhaupt darauf reagiert! wäre eine weitere Möglichkeit, wenn vom Arzt verordnet und begleitet.
                      Und wenn alle Stricke reißen - in meinem Fall noch immer als allerletzte Möglichkeit im Visier - könnte man sich mehrere HNO-Meinungen einholen zum Thema Muskeldurchtrennung. Ich habe dazu unterschiedliche Informationen erhalten - von Routineeingriff bis totale Ablehnung.
                      Aktuell bin ich aber weiterhin noch dabei, meinen Körper bzw. diese Beschwerden zu beobachten, um eine mögliche Beeinflussung herauszufinden.

                      Mut macht mir dabei, dass ich diese Beschwerden schon seit mindestens 15 Jahren bei mir beobachte. Aber ich kann auch berichten von einer beschwerdefreien Zeit über mehrere Monate vor ein paar Jahren. Und das herauszufinden, woran das gelegen haben könnte (Autogenes Training damals, monatelang überhaupt kein Alkohol usw.), da bin ich noch dabei und kann Dir erstmal nur das Gleiche empfehlen!
                      Alles Gute und Gruß von
                      Castor


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                      • #12
                        Hallo Castor,

                        vielen Dank für Deinen Beitrag, ermunternden Worte und sorry für die verspätete Rückmeldung.

                        Leider ist das mit dem Entspannen bei mir total schwierig, weil ich ÜBERHAUPT nicht der Typ bin für so etwas. Das einzige was so halbwegs funktioniert ist Progressive Muskelentspannung. Ich stehe mitten im Berufsleben (50 Jahre) und habe Familie mit Kinder - Entspannung ist das echt schwierig. Auch wenn ich Dir da voll Recht gebe.
                        Bei mir dauern die Beschwerden derzeit immer nur ein paar Sekunden (max. 10 Sekunden). Oft ist dann eine Stunde Ruhe, bzw. geht es oft auch nach einer halben Stunde wieder los. Aber wie gesagt, wenn ich "Glück" habe immer nur ein paar Sekunden.

                        Das mit dem Muskel durchtrennen kommt derzeit überhaupt nicht in Frage, da meine "Diagnose" auch nicht richtig gesichert ist.
                        Mein Problem ist auch, dass ich sehr labil bin, und mich solche Sachen im Kopf sehr aus der Bahn werfen. Natürlich ist wichtig, nicht immer daran zu denken - jedoch wenn ich es doch einmal schaffe, abgelenkt zu sein, ... gerade da geht es erneut los.

                        Schwierig auch, hier Betroffene mit ähnlichen Symptomen zu finden und darüber zu diskutieren.

                        Bereits letztes Jahr hatte ich diese Beschwerden für ca. 4-5 Monate. Dann war an sich Ruhe. Und jetzt geht es wieder los.

                        Irgendwie immer auch schade, dass sich ehem. User wie Steff nicht mehr zurückmelden. Wäre sehr interessant, wie es da weitergegangen ist.

                        Noch einen schönen Sonntag.

                        Viele Grüße
                        Carolus

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                        • #13
                          Hallo Carolus,

                          Code:
                          Leider ist das mit dem Entspannen bei mir total schwierig, weil ich ÜBERHAUPT nicht der Typ bin für so etwas.
                          sorry, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, aber das überzeugt mich nicht, denn sich der Entspannung zu widmen entscheidest Du alleine ganz bewusst absichtlich durch Deinen Willen, und das weg zu schieben mit der Begründung, nicht der Typ dazu zu sein, das deutet möglicherweise auf einen mangelnden Leidensdruck hin. Das wiederum entspricht aber nicht dem Tenor Deines Eröffnungspostings, ich zitiere

                          Code:
                          Dieses "unkontrollierte" in meinem Kopf macht mich fast wahnsinnig.
                          Code:
                          Ich stehe mitten im Berufsleben (50 Jahre) und habe Familie mit Kinder
                          Aus meiner Sicht noch ein Grund mehr, sich diesem Thema zu widmen. Ich habe im selben Alter aus Gründen beruflicher Anspannung damit begonnen und einen Kursus über Autogenes Training besucht, und das hat mir sehr gut getan und mir sehr dabei geholfen, den später auftretenden subjektiven Tinnitus (Pfeifen im Ohr) halbwegs kompensieren zu können.
                          Und das konnte ich auch an den unerwünschten Begleiterscheinungen erkennen, wenn ich mal ein paar Tage auf die Trainingseinheiten verzichtet habe. Und zweimal täglich sich für 5 bis 10 Minunten in's Schlafzimmer zu verziehen, das sollte auch Dir möglich sein, oder?


                          Code:
                          Und jetzt geht es wieder los.
                          Und da gilt es eben herauszufinden zu versuchen, ob und welche Änderungen in Deinem Umfeld oder Deiner Lebensweise dafür verantwortlich sein könnten, um dann gegebenenfalls gegenzusteuern, bevor an Muskeldurchtrennung oder medikamentöse Versuche überhaupt zu denken wäre. Zumal eben auch bei mir die Diagnose auch noch nicht endgültig gesichert ist.
                          Denn beim Arztbesuch bin ich meist tiefenentspannt ("endlich hilft mir mal jemand und hört mir zu"), und diese zu einer Verifizierung hilfreichen Muskelzuckungsepisoden treten dann natürlich nicht auf.

                          Ich habe mindestens zehn (!) verschiedene HNO-Mediziner aufsuchen müssen, bis der elfte überhaupt auf die Idee gekommen ist, den Stapediusmuskel als möglichen Übeltäter zu identifizieren. Also hat sich die Forschung diesem Bereich mangels Masse an Patienten bislang noch nicht gewidmet. Und da für den Bereich "Muskeln" wohl auch Hilfe möglich wäre aus der internistischen Fraktion oder auch der Chiropraktik, erwäge ich aktuell mich auch einmal dort vorzustellen.

                          Bei längeren Wartezeiten im Ärzte-Wartezimmer lese ich öfter die Zeitschrift STERN, dort exisitert eine regelmäßige Rubrik "Diagnose".
                          Dort schildern Ärzte ihre "außergewöhnlichsten Fälle" mit "rätselhaften Patientengeschichten" und zeigen Lösungen auf, verbunden oftmals mit vielen vorherigen vergeblichen Vorstellungen bei anderen Ärzten. Ich habe schon häufiger daran gedacht, unsere Beschwerden ("objektiver Tinnitus") könnten dort bestens aufgehoben sein.


                          Alles Gute und Gruß von
                          Castor

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                          • #14
                            Hallo,

                            ich reihe mich in die Liste derjenigen Mitglieder mit diesem Flattern im Ohr ein und möchte ebenfalls meine Krankheitsgeschichte schildern.
                            Ich bekam dieses Klopfen im Ohr im März 2015 , wie aus dem Nichts, als ich morgens im Bett lag und es auf einmal anfing, rechts im Ohr einzeln zu klopfen.
                            Parallel dazu hat sich auch Tinnitus links paar Tage später ertwickelt. Mit dem Tinnitus kann ich noch halbwegs gut umgehen. Jedoch bereteit mir dieses Muskelzucken
                            seit 3 Jahren große Probleme. Es ist immer gleiches Muster : tagsüber tritt es nie auf, sondern lediglich in der Einschlafphase, wenn man anfängt die Gedanken zu verlieren. Oder morgens kurz vorm Aufwachen, wobei das Geräusch sich im Laufer der Jahre transformierte.
                            Heute ist es eher ein maschinengewehrartiges Klopfen, fängt zunächst mit einzelnen "Schüssen" über 1-2 Sek an und kann dann bis zu 10 Sek am Stück dauern und vom Schlaf ist dann keine Rede mehr. Sobald man aufsteht , ist es weg- und das ist genau das Fieseste an der Geschichte...das Geräusch kommt immer nur kurz vorm Einschlafen oder vorm Aufwachen so dass der gesunde Schlaf seit 3 Jahren nicht mehr wirklich vorhanden ist. Dadurch ist der Körper auch nie entspannt, weil der Gedanke vorm Schlafengehen sich immer darum dreht,ob man es schafft schnell in den Schlaf zu fallen.
                            In diesen 3 Jahren war ich in diversen Kliniken vorstellig. Man wird nirgendwo wirklich ernstgenommen. Die Symptome sind so selten und wenig erforscht, dass im Klinikum Regensburg und Essen dieselben Aussagen folgen: Entspannungstechniken, Magnesium, Akkupunktur oder Trennung der Mittelohrmuskeln als radikalste Methode.
                            Solange ich noch irgendwie den Alltag bewältigen kann, weigere ich mich gegen die OP am Stapedius Muskel oder/und Tensor Tympani. Allerdings verstärken sich die Beschwerden und durch den anspruchsvollen Job wird es tendenziell schlimmer als besser, als zur Zeit als die Beschwerden zuerst auftraten und ich noch Student war.
                            Ich leide jedenfalls mit allen Mitgliedern mit, die ähnliche Beschwerden haben und drücke uns allen die Daumen, dass wir den Weg finden, diese Beschwerden irgendwann hinter uns zu lassen und wieder normal schlafen/funktionieren zu können.
                            Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn sich hier Leute melden, die ähnliche Symptome haben und viell paar Ratschläge geben, was ihnen hilft und welche Techniken ratsam wären. Ich habe Magnesium, Massagen und Carbamazepin ausprobiert. Yogga scheint einen positiven Effekt zu haben und die Medikamente wie Calciumantoganisten scheinen auch zu wirken, obwohl ich davon Finger lassen möchte und diese nur in Notfällen einnehmen würde.

                            Freue mich über eure Feedbacks
                            Gruß
                            Sergej
                            Zuletzt geändert von Sergej85; 27.04.2018, 18:39.

                            Kommentar


                            • #15
                              Hallo,

                              Castor grunsätzlich gebe ich dir ja Recht. Habe schon mal einen Kurs mit Autogenen Training und progr. Muskelentspannung mitgemacht. Aber so richtig anfreunden konnte ich mich nur mit der Muskelentpannung. Na ja, besser als gar nichts. Du musst mir aber auch zustimmen, dass evtl nicht jeder für derartige Techniken "geeignet" ist. Was hilft die größte Entspannung wenn mittendrin so eine überfallartige Savle kommt? Da erschrickst du erstmal und die Entspannung ist dahin. Aber ich versuch es weiter mit der Entspannung.
                              Und zweimal täglich sich für 5 bis 10 Minunten in's Schlafzimmer zu verziehen,
                              Leider nicht so einfach, .. das auszuführen würde jetzt zu weit gehen.

                              Sergej85 im ersten Beitrag wurde erwähnt, dass es sogar von außen wahrnehmbar wäre. Ist das bei Dir auch der Fall? Ich rätsel immer noch etwas über die genauen Symptome. Bei mir ist es einerseits wie eine MG-Salve, wie z.B. eine dumpfes rrrr.rrrr.rrrr., andererseits wie ein flattern, zittern, .. so ähnlich bevor ein Gähnen beginnt - echt doof das zu beschreiben. Hat es die gleiche Ursache wie viele hier Schreiben? Ist es wirklich der Stapedius? Spielt der Kiefer/Muskel eine Rolle?
                              Zumindest bist du nicht allein und ich werde die Diskussion hier auch weiter verfolgen. Leider kann ich Dir jetzt auch keine Ratschläge, bis auf das Castor schon geschrieben hat, geben. Hast du täglich diese Beschwerden? Nur tagsüber? Bei mir ist mehr oder weniger umgekehrt, .. größtenteils untertags und über den Tag verteilt.

                              Ich merke auch, dass diese Beschwerden zu viel Raum in meinen Gedanken haben - mir ist klar, dass ich das auch erst einmal in den Griff bekommen muss.

                              VG
                              Carolus

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