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  • Meine Geschichte bislang -

    Hallo,
    kurze Vorgeschichte (stark gekürzt, evtl fehlen auch Details)...


    2005 bekam ich das erste mal Depressionen nach einer OP. Hat mich völlig übermannt und ich war einige Zeit total weg vom Fenster. Hat sich dann langsam gebessert. War auch bei einem "Scharlatan", der für seine psychotherapeutischen Sitzungen nebenbei noch jedesmal Bargeld verlangt hat. Die Depression hat im Nachhinein damit zu tun, daß wir ins Elternhaus (meine Eltern) gezogen sind. Das war ein Fehler, denn teilweise war meine Kindheit und das Verhältnis zum Vater nicht wirklich gut. Aber das wäre zu viel zu schreiben. Teilweise auch mit zuviel Stress auf der Arbeit.

    Habe dann zwei Jahre später den Job gewechselt und die erste Zeit war es total schlimm, da der direkt Kollegen ein echter AR*** war. DAs hab ich aber erst mitbekommen, als mir die anderen Kollegen das nach einer Auftauzeit erhählt hatten. Auf jeden Fall kam es dann ca. 2008 nach einer Auseinandersetzung mit dem Kerl zum Tinnitus mit hörsturz. Ich kannte das ja noch gar nicht...
    Bin gleich zum Ohrenarzt und der hat mir die üblichen Infusionen gegeben und wollte mir auch gleich teuren Mist aufdrücken, den seine Frau noch nebenberuflich verkauft...

    anfangs war das geräusch ok, nach einiger zeit dann wurde es anders und schlimmer. ich machte danach auch psychotherapie bei einer netten therapeutin weiter.
    kurz nachdem der tinnitus dann anfang kamen die üblichen probleme auf: totale panik, depressionen, suche nach hilfe (normale dinge, klopftechniken, auraheiler etc). man greift nach jedem strohhalm. effektiv gebracht hat es nichts... zumindest mein empfinden. . Ich fühlte mich wie in einem mittelalterlichen GEfängnis ohne eine Möglichkeit der Flucht. Für immer gefangen...der totale horror war auch, im internet zu recherchieren. ganz schlechte idee.

    das lief dann einige zeit so. gehör war wieder völlig ok (hörsturz -genesen). tinnitus war weiter da. die "akut"phase ging vorüber. totaler horror. ich halte von dieser abgrenzung nichts. es ging -soweit ich mich erinnern kann- nicht so gut.

    dann so gegen ende des jahres empfahl mir die therapeutin, es doch einmal mit antidepressiva zu unterstützung zu versuchen. ich wollte das immer allein schaffen, aber ich nahm die empfehlung an.

    und nun der erste "knaller".
    Gleich am ersten Tag der Einnahme von Citalopram war das Tinnitusgefühl ein ganz anderes. Ich konnte auch einmal damit umgehen. Tinnitus war sehr harmlos und wie man so schön sagt, innerhalb von kurzer Zeit kompensiert.
    Und das obwohl Citalopram noch nicht wirken kann. Also ein defintiver Fall von Placebo oder Hoffnung...

    Mein Kind war noch sehr klein und ich konnte hoffen.
    Therapie wurde fertiggemacht. Einiges gelöst. Einiges natürlich immer noch "offen"...

    die letzten Jahre waren dann "sozusagen" echt okay. Tinnitus minimal vorhanden, überhaupt kein problem. nur, wenn ich mich darauf konzentriere wahrgenommen und auch nicht bedrohlich.
    es gab immer mal Tage oder Wochen, an denen es etwas schlimmer wurde (Tinnitus bissl lauter, andere Probleme psychischer Natur etc - aber doch recht wenig - insgesamt gesehen.). citalopram nahm ich ständig. einige male wollte ich absetzen, aber irgendwas hinderte mich daran (probleme mit eltern, schlechte zeit etc).


    Aktuell:

    Ich muss hinzufügen, daß es immer wieder Streitigkeiten mit Eltern gab und gibt und die Situation doch stressig ist. Nebenbei hab ich mir auch noch ein Gewerbe aufgebaut, welches enorm viel Arbeitsaufwand forderte. Natürlich auch mit entsprechendem Erfolg. Des weiteren war die Beziehung mit der Frau immer wieder problematisch. Streit etc.
    Wenn ich das jetzt betrachte kann ich sagen, daß es mir zwar "gut" ging, aber realistisch gesehen nicht wirklich. Citalopram schwankte immer zwischen 20 und 40mg bei der Einnahme - längerfristig gesehen - je nach Situation.

    Ich hatte im Mai eine Woche Urlaub. Die letzten Urlaube waren immer etwas stressig, weil es da meist mehr Konflikte mit der Frau gab. Und abschalten war auch nicht, da Nebenjob ja immer da war. Eigentlich arbeitete ich immer mind. zwei Vollzeitjobs...

    An einem Sonntag im Mai passierte dann folgendes:
    wir haben im haus eine alarmanlage. im treppenhaus nochmal ein separates Alarmgerät, welches mit ca. 110db Alarm schlägt.
    Ich hatte vergessen, daß dies aktiv ist und bin durch einen Sensor gelaufen. Es schrillte sofort los. Ich würde sagen insgesamt für ca. 5-10 sekunden, bis ich es abgestellt hatte. ich war ca. 5 meter davon entfernt. ein Ohr habe ich zugehalten, soweit es ging (ich glaube das linke - weiss aber nicht genau). eventuell wichtig: in der zeit war ich gerade am senken der citalopram dosis auf 20mg)

    Einige Stunden später merkte ich, daß der Tinnitus etwas intensiver wurde. Das war die nächsten Tage auch weiterhin so. Auch stellte ich fest, daß ich eine höhere Geräuschempfindlichkeit hatte (z.b. beim Autotelefon. Höhere Töne taten etwas im rechten Ohr weh). Der Tinnitus wurde immer intensiver und war auch beidseitig bzw. zentral hörbar. Ein Wechsel der Geräusche und Lautstärke war zu registrieren. citalopram nach rücksprache mit arzt wieder auf 40mg

    wollte dann auchmal einen tag wegfahren mit kind, um eventuell den druck zu lösen, den die beziehung mit frau verursacht. aber auch das half nichts. es kamen ca. zwei wochen mittlere bis starke depressionen, totale hoffnungslosigkeit, ängste. mehrere wochen krankschreibung.

    hier merkte ich etwas:
    ich hatte noch einige notfall tavor 1mg fürs fliegen da. wenn ich da eine nahm, war alles sehr erträglich und auch der tinnitus wurde viel erträglicher. man könnte natürlich auch sagen, die psyche war wieder besser, also auch der tinni nicht mehr so schlimm. dies kann ich nach mehreren tests so bestätigen. tavor und der tinni ist viel harmloser (eventuell aufgrund der dämpfenden wirkung)

    nunja. ich war dann beim ohrenarzt. top gehör. alles ok. es kam mir auch nicht so vor wie ein hörsturz. wie schon erwähnt fiel mir die geräuschempfindlichkeit auf.
    rechts war das geräusch ziemlich übel.

    ok, jetzt beschleunige ich etwas...
    mit mir befasst. probleme notiert und aufgeschrieben. mit frau wieder viel besseres verhältnis nach gesprächen. sie war auch super für mich da. geräuschempfindlichkeit hat sich etwas gebessert.
    nach einiger zeit wieder mit therapie angefangen. arbeit war anfangs die hölle. auch wegen vielen veränderungen. aber jetzt gehts einigermaßen. geräsuch während der arbeit meist okay.
    bekomme eine schiene, da ich wohl zähne zusammenpresse. auch habe ich einen gallenstein und einen pilz im darm (hat heilpraktiker erkannt). blutwerte etc alles ok. nur bissl viel cholesterin.
    nehme hochdosierte vitamine und öle (fettsäuren). ich bin (und war) total verspannt im gesicht und nacken. kann auch tinnitus durch zähnedrücken oder diverse andere gesichtsmuskeln verstärken. eventell helfen die anstehenden sitzungen und die schiene ja was. gleichzeitig hab ich meinen nebenjob massiv gekürzt, was in viel mehr zeit und weniger stress ausartet. mit neuen arbeitsbedingungen (kollegen) komm ich jetzt auch besser zurecht. hatte das gefühl, ich bin minderwertig (war in letzter zeit sehr geschlaucht).

    derzeit meist keine großen probleme mit dem tinnitus. tagsüber meist nicht wirkloich wahrnehmbar. auch bei arbeit nicht immer bzw. lange nicht mehr so belastend. daheim manchmal nervig, manchmal nicht. abends natürlich wahrnehmbarer und nervig. aber nie probleme mit ein-oder durchschlafen.
    wenn mal ein ganz mieser tag sein sollte, hilft tavor einwandfrei. natürlich passe ich enorm auf, daß ich es so selten wie möglich nehme, aber es ist in diesem fall wirlich ein kleines "wundermittel". das deutet für mich darauf hin, daß der tinni auch stark psychisch bedingt ist.

    auf der anderen seite wurde mir gesagt, daß meine verspannungen und das drücken der zähne (verarbeitungsproblem in der nacht) auch auswirkungen haben können. ich schau mal, wie es weitergeht.

    tinnitus wechselte von rechttseitig immer öfter auf zentral, was für mich doch etwas besser zu verdauen ist. aber es wechselt noch relativ oft. morgens immer am besten. auch merke ich, daß bei lauteren geräuschen der rechte tinnitus beim reinhören lauter ist, aber sobald das geräusch (z.b. dusche) weg ist, ist wieder alles "normal".

    momentan kann ich mich noch nicht damit abfinden und habe daher mal gute und mal schlechte tage. die besseren werden mehr, die schlechteren glücklicherweise angenehmer, aber naja.... man ist halt doch wieder "eingeschränkt". ich warte mal ab, was die aktionen bringen. eventuell auch noch tcm (chinesische medizin). der darm wird nun wieder in schuss gebracht, verspannungen und fehlstellungen auch. psychische probleme auch am bearbeiten, soweit möglich...

    mein tinni derzeit: mal recht angenehm und kaum hörbar rechts oder beidseitig, in der "schlimmeren" zeit zentral und mehr so ein zirpen, ziemlich hochfrequent. morgens meist ruhiger.


    letzter punkt: wieder hab ich viel recherchiert. das macht einen total fertig. auch das lesen hier im forum ist nicht immer toll. die meisten leute wollen erfahrungsgemäß nichts mehr mit dem mist zu tun haben, sobald es besser wird, daher findet man auch leider nur viel negatives. so gings mir damals auch. es kam nicht mehr in den sinn, irgendwas zu schreiben, wenns einem gut geht.



    echt letzter punkt: citalopram. manchmal habe ich das gefühl, daß citalopram das geräusch derzeit nach der einnahme etwas intensiviert. kann ich aber noch nicht belegen. einige haben nach einnahme von citalopram ja erst tinnitus bekommen. war zwar bei mir nicht so, aber ich prüfe noch, ob das eventuell zumindest etwas verstärkt bei der aktuellen dosis (40mb). ich experimentiere auch derzeit mit 30mg und auswirkungen auf das geräusch.


    eine frage, die ich mir immer noch stelle ist, ob der zweite tinni wirklich von der alarmanlage augelöst wurde. es gab kein geräusch direkt danach. aber die frage ist, ob ich das je rausfinden werde. ich hoffe natürlich, daß es "weiterhin" besser wird...
    Zuletzt geändert von jensa; 18.07.2016, 16:24.

  • #2
    letzter punkt: wieder hab ich viel recherchiert. das macht einen total fertig. auch das lesen hier im forum ist nicht immer toll. die meisten leute wollen erfahrungsgemäß nichts mehr mit dem mist zu tun haben, sobald es besser wird, daher findet man auch leider nur viel negatives. so gings mir damals auch. es kam nicht mehr in den sinn, irgendwas zu schreiben, wenns einem gut geht.
    Das sagen sich viele Leute und sicherlich wäre eine Tendenz für negative Beiträge denkbar. Leider ist es so, dass chronischer Tinnitus in der Regel nicht von selbst weggeht und auch nicht besser wird. Es ist in allen Foren ganz normal, dass viele Mitglieder ohne Grund verschwinden. Wenn ich mich recht erinnere haben 50% der Mitglieder in diesem Forum nicht einmal einen einzigen Beitrag geschrieben. Man kann also aus der Fluktuation der aktiven Mitglieder nicht auf den Verlauf des Tinnitus schließen.

    Unabhängig von deiner Annahme ist es aber so, dass viele Menschen mit Tinnitus irgendwann damit klarkommen und ihn überhören können. Das nennt sich Habituation. Leider kann dies mehrere Monate bis mehrere Jahre dauern oder in einer Minderheit auch ganz ausbleiben. Wenn der Tinnitus schlimmer wird, ist die ganze Habituation natürlich dahin und das ganze Spiel geht von vorne los. SSRIs wie Citalopram und andere Psychopharmaka machen den Tinnitus nachweislich nicht leiser (darüber gibt es klinische Studien), sondern versetzen einige Patienten lediglich in die Lage das Geräusch besser zu tolerieren. Natürlich ist es vorzuziehen ohne Medikamente auszukommen.

    echt letzter punkt: citalopram. manchmal habe ich das gefühl, daß citalopram das geräusch derzeit nach der einnahme etwas intensiviert. kann ich aber noch nicht belegen. einige haben nach einnahme von citalopram ja erst tinnitus bekommen. war zwar bei mir nicht so, aber ich prüfe noch, ob das eventuell zumindest etwas verstärkt bei der aktuellen dosis (40mb). ich experimentiere auch derzeit mit 30mg und auswirkungen auf das geräusch.
    Es ist durchaus denkbar, dass Citalopram das Geräusch lauter machen kann. Zwar wurde bisher kein Medikament mit akzeptablen Nebenwirkungen gefunden, dass den Tinnitus nachweislich leiser machen kann, jedoch gibt es viele Substanzen, die selbst als Nebenwirkung Tinnitus haben. Ich kann hier auch aus eigener Erfahrung sprechen. Für ein paar Wochen habe ich Clomipramin genommen und es hat den Tinnitus ebenfalls für die Dauer der Einnahme lauter gemacht. Clomipramin ist zwar ein trizyklisches Antidepressivum, aber auch ein starker Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

    eine frage, die ich mir immer noch stelle ist, ob der zweite tinni wirklich von der alarmanlage augelöst wurde. es gab kein geräusch direkt danach. aber die frage ist, ob ich das je rausfinden werde. ich hoffe natürlich, daß es "weiterhin" besser wird...
    Es wäre nicht undenkbar, da ein bereits vorgeschädigtes Gehör anfälliger für weitere Schäden ist. Aber selbst, wenn du es wüsstest, würde es dir nichts nützen. Du kannst nur versuchen übermaßigen Lärm in Zukunft zu vermeiden.

    Noch ein Tipp: Hör mit diesen ganzen sinnlosen Therapien auf. Sie nützen alle nichts und sind nichts weiter als herausgeschmissenes Geld.
    Zuletzt geändert von Der Gepeinigte; 24.07.2016, 23:40.

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    • #3
      Der Text hätte von mir sein können; ich erkenn mich darin sehr gut wieder.

      Die Krux mit den Psychopharmaka ist halt, dass sie bei jedem anders wirken und man daher um das Ausprobieren nicht herumkommt.

      Bei mir ist es leider auf Dauer nie mehr wirklich ohne gegangen.
      (Trotzdem kann ich sagen, dass nette Gesellschaft und ein stützender und stabiler Freundes- und Familienkreis viel viel hilfreicher sind als alle Psychopharmaka.)

      Von denen wiederrum war Citalopram jedoch bislang das einzige Medikament, bei dem ich keine nennenswerten Nebenwirkungen verspürt habe. Und ich habe es seit 2009 als Standardmedikament in den nicht klinischen Depressionsphasen auch die meiste Zeit genommen.

      Zwischendurch habe ich nur auf Grund von dazukommender Angstzustände mal gewechselt.

      Direkte Auswirkungen auf den TT hatten bei mir dabei insbesondere:

      1. Escitalopram, obwohl es eigentlich nicht wirklich anders als Citalopram ist (neues Pfeifen nach bereits der 2ten Einnahme).
      Daher bin ich hier auch noch etwas unsicher, ob nicht vlt. auch andere Ursachen zumindest begünstigend in Frage kommen könnten.

      2. Venlafaxin (alias Trevilor); teilweise bis 75mg.; ganz deutlich aber ab einer Dosierung von über 75mg und beim Absetzen (vorhandenes Rauschen ist sehr viel lauter geworden und hat mitunter viele Wochen nach dem Absetzen noch angehalten).

      Ich glaube ich hatte hier im Forum vor ein paar Jahren schonmal darüber geschrieben, dass dieses Mittel insbesondere in den USA schon damals für zahlreiche Berichte über neue bzw. verschlechterte Ohrgeräusche verantwortlich gemacht wurde.
      Das Interessante war, dass in meiner damaligen (dt.) Packungsbeilage kein Wort von Ohrgeräuschen/TT stand, in der amerik. Version allerdings schon.

      Meine Psychiaterin bestätigte mir in dem Zusammenhang nun vor Kurzem, dass auch die Psychiater in Deutschland das "mitlerweile" so sehen...



      P.S.:
      Hier noch ein sehr interessanter Link. Insbesondere in Hinblick auf Absetzsymptome, die man auch beim Medikametnenwechsel bekommen kann.

      http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=6&t=9724
      Bei mir piept´s... Und summt... Und rauscht... Und brummt... Und pfeifen tut´s erst recht.
      Und darum gehts mir schlecht!

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