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Knackende Ohrgeräusche durch chronischen Tubenkatarrh

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    Hallo liebe Community,

    Ich habe eine seit längerem bestehende Ohrenproblematik, die streng genommen keinem Tinnitus entspricht.
    Aus Mangel an Alternativen und weil ich denke, dass es thematisch noch am ehesten in ein Tinnitusforum passt, möchte ich mich dennoch an euch wenden.
    Vielleicht hat ja jemand eine neue Idee oder Tipps, wie ich mit meiner Siutation besser umgehen kann.

    Nun zu meiner Ohrengeschichte:
    Ich hatte in meiner Kindheit die "klassischen" Ohrenprobleme mit rezidivierenden Mittelohrentzündungen.
    Seit Parazentese und Adenotomie war ich beschwerdefrei.
    Ich hatte daher im Erwachsenenalter niemals Probleme mit meinen Ohren.

    Bei mir fing die Ohrproblematik ("nur" auf dem linken Ohr) vor ca einem Jahr an und zwar post Infekt.
    Eine Bronchitis wurde nach kurzer Zeit zu einem starken Schnupfen mit Nebenhöhlenbeteiligung..
    Damals hieß es "akute Nebenhöhlenentzündung" und diese wurde antibiotisch behandelt.

    Seit dem ist zwar die akute Entzündung angeblich Geschichte, ich vermute jedoch in eine chronische NNH hineingeschlittert zu sein.
    Bei mir ist es eindeutig rhinogen, da ich vermehrt weißlich, klebriges Nasensekret produziere, doch seit dem spinnt mein linkes Ohr.
    Der Druckausgleich im linken Ohr funktioniert nur schleppend, ich spüre oft Druck auf dem betreffenden Ohr und vor allem furchtbare, knackende Geräusche.
    Das Ohr quietscht oft beim Schnäuzen und dann besteht ein dumpfer Höhreindruck.
    Zudem merke ich eine Verschlechterung der Druckproblematik bei Berg-und Talfahrten, beim Autofahren bei der Überwindung von Höhenunterschieden, beim Fliegen,..

    Bei mir wurde Folgendes versucht:
    abschwellende Nasentropfen für 1 Woche, kortikosteroidhältige Nasentropfen über 4-6 Wochen je 2 Intervalle ("Dymista Nasenspray), Rotlichtanwendungen
    Cortisontabletten (null Effekt, nur erschreckende Nebenwirkungen) für 4 Tage, Antihistaminika für 2 Monate (Levocitrizin), Akupunktur 1 x wöchentlich 10 Einheiten, 1000-fache Valsalva Übungen pro Tag...
    Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung mehrmals täglich, Dampfinhalationen und regelmäßige Saunabesuche
    Operation im Februar 2019: Ballontuboplastie der eustachischen Röhre, hat die Schmerzsymptomatik etwas verbessert

    Die allergische Seite ist bei mir nun ebenfalls abgeklärt, außer meiner saisonalen Pollenalergie wurde nichts gefunden und diese hab ich jahrelang gut im Griff.
    Nur vermutet bei meiner Allergiebereitschaft (atopische Dermatitis seit der Kindheit, durch Diät gut kontrolliert) jeder Arzt zunächst eine allergene Ursache.

    Laut HNO handelt es sich bei meinen, eher anfallsartigen Ohrgeräuschen, um keinen Tinnitus.
    Ich habe ihn aus Verzweiflung bereits auf Tinnitus-spezifische Maßnahmen angesprochen, leider ohne Erfolg.
    Meine Ohrengeräusche sind auch von anderen Menschen zu hören, die ihr Ohr an meines halten (=objektiver Tinnitus?)
    Achso ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich mittlerweile bei 4 HNO Ärzten und meiner Allgemeinmedizinerin war.

    Meine Diagnose lautet: chronischer Tubenmittelohrkatarrh. Mein Trommelfell ist entzündungsfrei, man sieht jedoch dass die Gehörknöchelchen stärker angezogen sind als auf dem gesunden Ohr, was für die Unterdrucksituation im Mittelohr spricht. Hörtest ist unaffällig. Tympanometrie zuletzt auch, anfänglich sah man eine Verschiebung der Kurve. Tubenmanometrie ist bei uns nicht so gängig.

    Momentan wurden mir nur noch Trommelfellmassagen und eine Paukendrainage als einzige Alternative in Aussicht gestellt. Wobei Parazentese/Paukenröhrchen OPs scheinbar im Erwachsenenalter nur ungern durchgeführt werden, zumindest in Österreich.

    Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht und noch eine Idee für mich?

    Da sich in meinem Leben trotz der genannten Symptomatik dennoch nicht nur alles um das linke Ohr dreht, noch ein kleiner Exkurs:
    Ich bin w, 31, in Partnerschaft, berufstätig und achte darauf, dass das Ohr nicht mein Leben beherrscht.
    Soll heißen, ich gehe unter Menschen und lade mir Freunde ein; ich bin sportlich und laufe mehrmals wöchentlich; betreibe Yoga; ernähre mich bewusst und koche gerne; führe generell ein aktives Leben, sollte das zur Sprache kommen.
    Dennoch muss ich zugeben, dass mich die Ohrenproblematik nicht nur körperlich sondern auch psychisch immens fordert..und mich privat und beruflich extrem (heraus)fordert..aber aufgeben ist nicht so meine Vorstellung von einem gelungenem Leben =).
    Laut dieser Tinnitus Skala wäre ich wohl mindestens in Kategorie 2, eher in Kategorie 3 zu finden. Wobei diese vermutlich nicht ganz auf meine Situation ummünzbar ist. Ich habe jedoch eherhebliche kommunikative Probleme wegen diesen knackenden Geräuschen und der Tatsache, dass das Ohr ständig zufällt..

    Vielen Dank für das Lesen meines Berichtes!

    Ich bin offen für Vorschläge und Inputs.

    Liebe Grüße

    Noce






    Zuletzt geändert von noce; 09.09.2019, 17:00.

  • #2
    Hallo Noce,

    Deine Schilderung mit der Tubenproblematik weist einige Parallelen zu meinen Symptomen auf. Seit einer heftigen Erkältung mit Mittelohrentzündung vor zwei Jahren habe ich Probleme mit der Tubenbelüftung (Druck auf den Ohren, Knacken, sehr hohes Zischgeräusch, Höhenunterschiede beim Autofahren lassen die Ohren zufallen). Eine Tubenmanometrie war auffällig. Die Therapie bestand ebenfalls in Kortisonnasenspray, mehrmals täglich Valsalva etc., was aber alles keinen Erfolg brachte. Schließlich empfahl man mir die Tubendilatation. Diese schiebe ich noch vor mir her, da ich befürchte, es könnte sich durch den Eingriff der Tinnitus verschlimmern, mit dem ich mich mal mehr und manchesmal weniger arrangiert habe. Insofern würde mich interessieren, wie es Dir nach der Tubendilatation ergangen ist, insbesondere im Hinblick auf die anfallsartigen Ohrgeräusche. Mein HNO meinte, der Tinnitus käme wahrscheinlich durch die Belüftungsproblematik und könne sich durch den Eingriff verbessern, vielleicht aber auch das Gegenteil.

    Ich habe kürzlich einen Radiobeitrag über Erkrankungen der NNH gehört, der einiges Neues für mich enthielt. Ich schicke Dir mal den Link, vielleicht ist etwas für Dich dabei.

    https://www.deutschlandfunk.de/hals-...icle_id=457825

    Liebe Grüße, Sisco


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    • #3
      Hallo Sisco,

      vielen Dank für deinen Beitrag, ich habe mich wirklich sehr über deine Schilderung gefreut! Es tut immer gut zu lesen, dass man nicht ganz alleine mit seiner Problematik ist. Ich hatte irgendwie das Gefühl nicht einmal ins Tinnitus Forum richtig reinzupassen . Außenstehende können leider schwer nachvollziehen wie extrem man durch diese Tubenproblematik im Alltag gestört wird, schlägt sich halt auch auf die Stimmung :-/

      Vielen Dank für den Radiobeitrag, werde mal reinhören.

      Ich persönlich hatte ja vor der akuten NNH im letzten Sommer keinerlei Ohrenprobleme und Tinnitus habe ich gsd auch nicht. Die von dir beschriebene Problematik (Zufallen, Ohrendruck, knackende Geräusche) treffen jedoch genau zu, ergo haben wir wohl beide eine Tubenfunktionsstörung.

      Zum Thema Tubendilatation kann ich nur sagen, dass ich den Eingriff gut vertragen habe. Der Nutzen war jedoch eher gering. Ich würde sagen sie hat die Schmerzsymptomtik etwas verbessert, ich hatte vor dem Eingriff wirklich oft Ohrenschmerzen zusätzlich zu dem Druck und den Geräuschen am betroffenen Ohr. Ich weiß nicht ob du Schmerzen hast? Ich kann leider nicht sagen, inwiefern sich die OP auf einen bestehenden Tinnitus auswirken mag da ich ja selbst keinen habe. Immerhin hat mir die OP auch keinen bschert *klopf auf Holz. Eigentlich bin ich schmerzfrei aus der OP aufgewacht und hab mich nicht viel anders gefühlt als vorher. Laut OP-Bericht kam allerdings seröses Sekret aus meinem Mittelohr/der Tube. Der Eingriff war wohl doch indiziert. Ob jedoch ein Trommelfellschnitt genauso erfolgreich gewesen wäre, keine Ahnung. Kamen bei dir Parazentese/Paukenröhrchen jemals zur Sprache?

      Ich muss sagen das es mir aktuell recht ok geht, ich spüle momentan 1 bis 2 Mal täglich mit der Nasendusche und bin teilweise stundenweise symptomfrei, nachts nervt es allerdings mitunter sehr auf diesem blöden Ohr zu liegen.

      Ich fühle mit dir und wünsche uns das Beste!

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