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Klopfen im Ohr

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  • Klopfen im Ohr

    Ich möchte mit meiner Geschichte allen von Ohrgeräuschen geplagten Mut machen, weiter nach einer Ursache zu suchen, auch wenn die Ärzte erst mal ratlos sind. Vielleicht gibt es ja jemanden, der die gleichen Symptome hat, dem mein Bericht weiterhilft.

    Ich hatte ein Klopfen im rechten Ohr, das immer abends eingesetzt hat und bis zum nächsten Morgen dauerte. Es war ein tonloses Klopfen, ähnlich wie ein Puls, aber viel schneller als der Herzschlag. Anfangs half ein Ohrstöpsel, dass ich es nicht mehr hörte, aber mit der Zeit wurde es heftiger und fing manchmal auch tagsüber an oder hörte den ganzen Tag über nicht auf. Wenn ich ins Freie ging, wurde es schwächer oder hörte sogar ganz auf. Kam ich wieder ins Haus, fing es wieder an.

    Ich wurde vom HNO zum Orthopäden und vom Hausarzt zum Zahnarzt geschickt. Der HNO machte einen Hörtest, der Orthopäde verordnete mir Rehasport, in der Hausarztpraxis wurde ich mit dem Blutdruckmesser verfolgt. Alle spulten ihr Standardprogramm ab ohne sich wirklich für mein Problem zu interessieren. Mein Zahnarzt war verständnisvoll und hat sich Mühe gegeben, aber die Aufbeißschiene, die er mir „zum Ausprobieren“ gemacht hat, hat auch nicht geholfen.

    Jeden Tag hoffte ich, dass es abends nicht wieder anfangen würde und jeden Abend fing es wieder an.

    In diesem Forum hatte ich gelesen, dass manchen Betroffenen die Einnahme von Magnesium oder Vitamin B12 geholfen hat. Ich habe also beim Arzt um einen Bluttest gebeten. Dabei wurde ein erheblicher Vitamin B12-Mangel festgestellt. Ich war richtig erleichtert, das war endlich mal was Konkretes. Ich bekam 10 Wochen lang jede Woche eine B12-Spritze verpasst.

    Einen Tag nach der ersten Spritze – ich war ziemlich verzweifelt, weil es abends wieder angefangen hatte zu Klopfen – verwandelte sich das Klopfen plötzlich in einen langgezogenen Brummton und lief dann aus wie ein Sender, der ausgeblendet wird.

    Im Verlauf der Spritzenkur kam es dann noch dreimal zurück, einmal für zwei Tage, einmal für zwei Stunden und einmal für zehn Minuten. Als die Spritzenkur beendet war, habe ich mir hochdosierte B12-Tabletten besorgt, die ich noch ein paar Monate lang eingenommen habe. Aber nur so lange, bis ich keine Angst mehr hatte, dass das Klopfen wieder anfängt. Ich wollte nicht zum B12-Junkie werden.

    Ohrgeräusche gehören nicht zu den häufigen Symptomen eines B12-Mangels. Kein Arzt bei dem ich war, ist auf die Idee gekommen, das zu überprüfen. Es hat mir auch kein Arzt den Zusammenhang erklärt.

    Ich erkläre es mir so: Vitamin B12 ist für die Bildung der roten Blutkörperchen zuständig. Bei einem Mangel an Vitamin B12 werden zu wenige rote Blutkörperchen gebildet. Vielleicht hat die falsche Zusammensetzung in meinem Blut ein anderes Fließgeräusch des Blutes verursacht, das ich dann in der Nähe meines rechten Ohrs gehört habe, vor allem Nachts, weil nachts der Herzschlag langsamer wird und das Blut langsamer durch den Körper gepumpt wird. Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff durch die Blutgefäße. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass das Geräusch im Freien, wo mehr Sauerstoff zur Verfügung steht, nachgelassen hat. Vitamin B12-Mangel kann schlimme, irreparable neurologische Schäden verursachen. So gesehen, kann ich dankbar sein, dass ich durch ein Ohrgeräusch frühzeitig von meinem Körper gewarnt wurde.

    Heute ernähre ich mich anders und das tut mir sehr gut. Ich hatte vegane Ernährung immer für die gesündeste Ernährungsform gehalten. Das sehe ich jetzt anders. Ich esse immer noch fast kein Fleisch, aber jeden Tag Milchprodukte, mehrmals pro Woche Fisch und Eier und es geht mir viel besser als vorher.

    Ich halte auch nichts davon, wichtige Lebensmittel wegzulassen und durch Nahrungsergänzungsmittel zu ersetzen.

    Wer immer uns erschaffen hat, sei es Gott, die Evolution oder die Natur, hatte sicher keine Nahrungsergänzungsmittel im Sinn, als er uns mit Vitamin B12-Bedarf ausstattete.

  • #2
    Sehr interessant. Mein Hämoglobin-Wert ist auch etwas zu niedrig, was ja auch auf einen B12 Mangel hindeuten könnte. Nehme aktuell Eisen-Tabletten, da der Eisenwert auch etwas an der unteren Grenze kratzt. Die Müdigkeit war schnell weg, aber das Piepen blieb.

    Auch wenn ich aktuell mit einer anderen Therapie wohl Erfolg habe, werde ich B12 auch mal verfolgen. Ich denke, dass oft sehr viel kleinere Sachen zusammenkommen und so große Dinge verursachen können.

    Vielen Dank für deinen Beitrag!

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    • #3
      Hallo Löwenzahn ,
      mein Mann hat die von Dir beschriebenen Symptome, ich werde ihm Deinen Beitrag zu lesen geben und hoffen , das ihm wie Dir gelingt das Klopfen im Ohr in den Griff zu bekommen.
      Es grüßt Euch Brigitte

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      • #4
        Wir drücken Dir beide die Daumen , das es bei Dir nie wieder auftritt!
        Es grüßt Euch Brigitte

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