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Schwindel, Hörsturz, Tinnitus aus dem Nichts

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  • Schwindel, Hörsturz, Tinnitus aus dem Nichts

    Liebe Leute,

    Ich bin froh, dass ich dieses Forum gefunden habe - mich hat’s leider auch voll erwischt. Tinnitus mit Hörminderung rechts + es kommt noch dauerhafter Bewegungsschwindel dazu (was das Schlimmste ist). Diagnose leider schwierig bzw. uneindeutig.

    Bin 40 Jahre alt und war bisher absolut kerngesund, recht sportlich, ernähre mich ausgewogen, kaum Rauchen, wenig Alkohol.

    Aber der Reihe nach:

    Am 13.5. trat - in Japan im Urlaub - plötzlich Starker Schwindel auf, als ich morgens aufstehen wollte (in der Nacht davor wachte ich mal auf und fühle mich unwohl, mit Schweißausbruch, schlief aber wieder ein).

    Meine Augen sind nach rechts gewandert, die konnte ich kaum fixieren. Dazu Übelkeit und Erbrechen bei Bewegung. Dann sofort in die Notaufnahme. Dort schließlich Diagnose BPLS. Tinnitus/Hörminderung war noch nicht da. Schlaganfall wurde nach MRT ausgeschlossen. War ne ziemliche Tortur dieser Tag. Zumal Japaner kaum Englisch sprechen können.

    Die folgenden 3 Tage durchaus Besserungen, konnte nach 3 Tagen wieder einigermaßen Laufen - langsam, schwankend und mit Schwindel, aber immerhin.

    Nach 4 Tagen kam dann zusätzlich der Tinnitus sowie ein starkes Druckgefühl auf dem Ohr rechts, mit leichter Hörminderung. Auch das hält seither unvermindert an. Passierte auf einer Zugfahrt in die Berge (ca +1500 Höhenmeter, keine Ahnung, ob das ne Rolle spielte, Druckausgleich war kein Problem).

    Am 20.5. bin ich nach Deutschland zurückgeflogen (auch hier keinerlei Probleme mit dem Druckausgleich) und sofort zum HNO. Dort die Diagnose “Neuritis vestibularis”, kein BPLS. Cortisoninfusionen und nach 3 Tagen Tabletten mit abnehmender Dosis. Erhöhte Verschleimung der Nebenhöhlen, späteres CT bestätigte leichte Sinusitis, aber nichts schwerwiegendes.

    Blutbild wurde gemacht, auch unter Einschaltung meines Allgemeinarztes, keine erhöhte Aktivität von Herpesviren, keine Borreliose, alles perfekt, nichts Verdächtiges.

    25.5. ging es mir so schlecht (psychisch, plus Schwindel und Kopfschmerzen), dass ich ins Krankenhaus ging. Dort vom Neurologen begutachtet und nochmals zwei HNO-Ärzten, demensprechend auch 2 weitere Diagnosen bekommen und dadurch jetzt maximal verwirrt:
    1. Hörsturz, der zum Ausfall des rechten Bogengangs geführt habe, dadurch Schwindel und Tinnitus.
    1. Morbus menière
    Ich zermartere mir jetzt das Hirn, was letztlich stimmt:
    • Neuritis vestibularis kommt normalerweise ohne Tinnitus, Hörsturz oder Druck auf den Ohren daher. Frage mich also, ob die Diagnose meiner HNO-Ärztin stimmen kann.
    • Das Menièr’sche Trio ist erfüllt (tinnitus, Schwindel, Hörminderung), aber erstens habe ich keinerlei Anfälle, Tinnitus, Hörminderung und Schwindel sind konstant da (Schwindel nur bei Bewegung, vor allem Laufen), zweitens ist der Tinnitus ein hoher Pfeifton, nicht tief
    Was ich momentan “dagegen” tue:
    • Viel Bewegung, vor allem Spazieren, damit das mit dem Schwindel besser wird (Rat der HNO-Ärztin) - leider verstärkt das aber den Tinnitus teilweise stark
    • Gleichgewichtsübungen
    • War auch beim Orthopäden, um checken zu lassen, ob evtl. Tinnitus/Schwindel von der Halswirbelsäule ausgehen (negativ)
    • Bin fest entschlossen, mein leben zu “Ent-stressen", vermutlich auch ne Psychotherapie, da ich im Job mich selbst schon sehr unter Druck setze und ich fürchte, dass das auch etwas damit zu tun hat
    • Werde auch eine Selbsthilfegruppe aufsuchen


    Freue mich über alle Meinungen, Anregungen und Kommentare zu meiner Geschichte, bin recht verzweifelt auf der Suche nach “Eindeutigkeit” und allem, was ich tun kann, damit es mir wieder besser geht. Der Schwindel stagniert, d.h. seit etwa 2 Wochen wird's nicht besser, trotz Bewegung und Übungen. Bin krankgeschrieben und nach mittlerweile 2 ½ Wochen psychisch ein ziemliches Wrack. Wenn ich aktiv bin, ist Schwindel da, wenn ich “Ruhe” habe ist es der Tinnitus und der Druck auf dem Ohr.

    Lieben Dank schonmal für’s Lesen und Antworten

    David

    P.S. Was mir gerade noch dazu einfällt (keine Ahnung, ob es relevant ist oder nicht):
    • Habe oft Ohropax beim Schlafen verwendet, so auch in der Nacht vor dem Hörsturz/Schwindelattacke (HNO sagt das hat nichts damit zu tun)
    • Hatte ne Zahn-OP 2 Tage vor meiner Japanreise, links unten wurde ein Zahn gezogen, aber alles gut gegangen und gut verheilt
    • Hatte bereits einen Tinnitus durch Lärmtrauma vor 20 Jahren, der aber fast vollständig verschwunden war

  • #2
    Hallo David
    Merci für deine ausführliche Beschreibung, ich hoffe für dich, dass sich der Spuk von alleine wieder legt. Es ist ersichtlich, dass die HNO-Ärzte nicht mehr wissen als wir.

    Lange Flugreisen eventuell mit Zwischenstopps sind Stress für die Ohren und das Gleichgewichtsorgan, das kann als Auslöser, aber nicht als Ursache gesehen werden.

    Das mit dem Zahn links unten könnte das Problem sein. Mir wurde im Jahre 2008 der Weisheitszahn links unten gezogen, 10 Tage ging alles gut, danach kam es zu einer Nervenirritation, Nervenschmerzen und Zungenschmerzen, diese Symptome hatte ich lange, sind bis heute nicht vollständig verschwunden, aber viel viel besser.

    Nun bei einer Zahnextraktion wird der Nerv zerrissen, es führt zu einem Nervenschaden des Trigeminus, der kann irgendwelche Reflexe und Störungen auslösen, das sollte aber nur einseitig sein.

    Sind bei dir beide Ohren betroffen oder nur das linke?

    Ich rate dir, Nährstoffe einzunehmen:
    https://www.tinnitus.de/forum/tinnit...he-supplements


    Gute Besserung von Maria



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    • #3
      Hallo Maria,

      Danke für deine Antwort!

      Das mit dem Zahn gab mir auch zu denken, allerdings war der links, und alle Symptome, die ich habe, sind auf dem rechten Ohr. Daher scheint mir das eher unwahrscheinlich... Aber wer weiß.

      Wie haben sich deine Probleme gebessert? Gibt es etwas, was du mir empfehlen würdest?

      Viele Grüße
      David

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      • #4
        Also wegen den Nervenschmerzen nach dem Ziehen des Weisheitszahns habe ich gar nichts gemacht, das hat die Zeit gebessert, es dauerte aber Jahre.

        Bei meinem aktuellen Acoustic Shock Disorder (Verdachts-Diagnose) lasse ich auch die Zeit wirken, nehme aber noch Magnesium ein.

        Du hast aber eine andere Krankheit, welche einseitig ist.

        Es könnte bei dir schon ein Mikro-Blutgefäss im Ohr betroffen sein, ob das im MRT ersichtlich wäre, müsstest du den Arzt fragen?

        Zwei haben nun angefangen den 7x7 Kräuter-Tee zu trinken, ich werde das auch noch ausprobieren.


        Gruss von Maria











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        • #5
          Danke nochmals, Maria, für die Antwort und deine Ratschläge.

          MRT wurde zwar direkt zu Beginn im Krankenhaus gemacht, allerdings weiß ich nicht, ob die darauf auch geachtet haben, oder nur einen Schlaganfall ausschließen wollten. Werde nochmal ein zweites MRT anfragen, schaden kann's ja nicht.

          Ja, die Krankheit ist einseitig, und das einzige, was mit Sicherheit festgestellt werden konnte (durch Test mit warmem Wasser/Ohrspülung), ist, daß mein rechtes Gleichgewichtsorgang komplett ausgefallen ist. Zumindest erklärt das den Schwindel. Ob und wie der Tinnitus und der Ohrendruck damit zusammenhängt ist eben das, was unklar ist.

          Viele Grüße
          David

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          • #6
            Alexander erwähnt ein spezielles CT, hier wäre seine Krankengeschichte:

            https://www.tinnitus.de/forum/tinnit...-h%C3%B6rsturz


            Gruss von Maria

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            • #7
              Mir kam heute Morgen noch folgendes in den Sinn: Durch Zahnziehen gibt es eine heftige Blutung, das heisst der Körper reagiert mit Gerinnungsfaktoren, dadurch steigt die Thrombose- und Emboligefahr. Dann warst du noch lange sitzend, bei der Fahrt zum Flughafen, dann im Gate, dann im Flugzeug, also viele Stunden, was auch die Thrombose- und Emboligefahr erhöhte, dazu noch der Stress durch Reisen. Vielleicht alles in allem eine ungünstige Kumulation, eine Gerinnungsstörung, die ein Gefäss im Ohr verstopfte? Aber auch das müsste der Arzt überprüfen.


              Gruss von Maria
              Zuletzt geändert von Maria V.; 02.06.2019, 20:08.

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              • #8
                Vielen Dank Maria, ich werde auch das mit meinem HNO-Arzt besprechen, habe am Montag wieder einen Termin dort.

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                • #9
                  Hi David,

                  bei Dir ist ja leider vollkommen unklar was Deine Beschwerden ausgelöst hat.
                  Es könnte alles mögliche sein, und leider muß erstmal die Ursache gefunden werden.

                  Hattest Du irgendwelche Medikamente genommen? Also zuvor?
                  Es gibt welche die ototoxisch sind.

                  Es könnte auch was neurologisches sein, aber auch was anderes.

                  Ich drücke Dir die Daumen dass die Ärzte irgendwas finden, was das alles verursacht hat.

                  lg Travelline

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                  • #10
                    Hallo zusammen,

                    hier mal ein (positives) Update meinerseits: mir geht's besser. Sowohl der Schwindel hat sich gebessert, so daß ich wieder halbwegs normal gehen kann und meinen Alltag leben; auch das Druckgefühl auf den Ohren ist deutlich besser, inkl. Hörvermögen. Der Tinnitus ist nach wie vor sehr präsent, aber ich lerne langsam, damit umzugehen.

                    Travelline : Medikamente davor: Nein, nur 1x Ibuprofen nach meiner Zahn-OP. Sonst nix. Beim Neurologen war ich, der hat nichts gefunden. Die Ärzte sagen alle, dass es nichts im zentralen Nervensystem ist, sondern definitiv im Innenohr. Neuritis vestibularis scheint am plausibelsten, auch wenn Hörsturz/Tinnitus da eigentlich nicht reinpassen. Ausgelöst vermutlich durch Viren, gepaart mit viel Streß vor meinem Urlaub im Job, plus Streß für's Ohr durch den langen Flug nach Japan, begünstigt auch durch einen extrem niedrigen Vitamin-D-Spiegel, der bei mir mittlerweile auch festgestellt wurde.

                    Ich denke, dass es so irgendwie war, mehr werden mir die Ärzte auch nicht sagen können. Das Innenohr ist einfach noch in vielen Aspekten unerforscht und da steht die Wissenschaft und Medizin vor einigen Rätseln. Wichtig ist, dass ich mich besser fühle und wieder positiv denke, dann kann man glaube ich vieles überstehen und ertragen, und das Leben trotz allem genießen.

                    Liebe Grüße
                    David


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                    • #11
                      Es freut mich für dich, dass es bei dir bessert.

                      ... begünstigt auch durch einen extrem niedrigen Vitamin-D-Spiegel, der bei mir mittlerweile auch festgestellt wurde.
                      Vitamin-D-Mangel geht meistens mit Magnesium-Mangel einher. Magnesium-Mangel ist labor-mässig schlecht festzustellen.

                      Hast du oft Wadenkrämpfe? Oder Mgräne? Oder Verstopfung?


                      Gruss von Maria

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