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Ich glaub es piept.

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  • Ich glaub es piept.

    Hallo,

    ich heiße Simon und bin 32 Jahre alt.

    Seit 2011 plagt mich ein Tinnitus auf beiden Ohren.

    Hintergrund war ein Discobesuch. Ich dachte am Morgen danach, dass das Piepen (wie immer) nach einigen Stunden verschwinden würde aber Pustekuchen.

    Nach drei Wochen ging ich zum HNO, weil selbst Gespräche mit dem Ohrgeräusch kaum auszuhalten waren.

    Der HNO sagte er könne nicht viel machen und bot mir eine Therapie mit mehreren Stichen durch die Trommelfelder an, um eine Flüssigkeit einzuspritzen. Erfolgschance unter 50%. Ich verzichtete damals und hörte ca. 3-4 Monate kaum/keine Musik und meine Ohren erholten sich langsam.

    Der Tinnitus wurde erträglich. Es handelte sich um einen Hochton links und rechts. Seitdem habe ich immer Gehörschutz dabei gehabt und bisher auch nur einmal (leider) vergessen.

    Seit ich beruflich im Schichtdienst arbeite (2012) kommt ab und zu einen rhythmisches Brummen auf dem linken Ohr hinzu. Ich denke ein eindeutiges Zeichen von Stress.

    Medikamente etc. hatte ich bis dato keine ausprobiert.

    Vor zwei Jahren (2016) war ich mit einem Kumpel in einer Kneipe. Die Musik war nicht annähernd Discolautstärke und dennoch hatte ich am nächsten Tag einen Hörsturz. Der neue HNO verschrieb mir umgehend eine Kortison Infusion, die mich gefühlt nahe an den Tod brachte Gebracht hat sie wenig.

    Nach mehreren Wochen (ca. 12) der Empfindlichkeit war auch das überstanden.

    Nun zum aktuellen Geschehen.

    Ich war vor ca. 2 Wochen mit meiner Mannschaft auf Mallorca (Mannschaftsausfahrt) und hatte im Vorwege bereits ein schlechtes Gefühl. Auf unserer Abschlussfeier der Saison, ca 3 Wochen vor der Reise nach Mallorca, hatte ich meine Ohrenstöpsel vergessen und merkte sofort, dass meine Ohren sehr empfindlich reagieren.

    Mallorca absagen wollte ich nicht, weil alles bereits bezahlt war.

    Ich nahm natürlich meinen Gehörschutz mit und trug ihn teilweise auch tagsüber. Nichtsdestoweniger taten nach 2 1/2 Tagen meine Ohren weh und ich zog mich von den Partys zurück.

    Nach meiner Rückkehr waren meine Ohren extrem empfindlich. Ich kaufte mir sofort einen stärken Gehörschutz (von 21 auf 28 db).

    Am letzten Freitag war ich mit besagtem Kumpel von vor zwei Jahren erneut verabredet. Ich hatte wieder ein schlechtes Gefühl und eigentlich keine Lust aber ich hatte das Treffen versprochen, nachdem ich ihn schon einige Male versetzt hatte. Schweren Herzens besuchte ich ihn unter der Prämisse, dass wir keinen Club besuchen.

    Das hat auch funktioniert. Wir besuchten wieder eine Kneipe. Die Musik war aber laut. Die Ohrenstöpsel waren deutlich besser als die auf Mallorca.

    Tja und nun sitze ich hier und beiße mir in den Hintern. Eigene Dummheit, zumindest der Besuch des Kumpels letzte Woche, aus reinem Pflichtgefühl heraus.

    Was ist passiert?

    Das Brummen links ist derzeit dauerhaft. Rechts ein lauter Hochton. Ohrenschmerzen auf dem linken Ohr und extreme Empfindlichkeit.

    Ich könnte mich selbst Ohrfeigen, dass ich meinem Gefühl nicht gefolgt bin. Ich habe Angst, dass es im Alter immer schlimmer wird.

    HNO habe ich bisher nicht ausgesucht, weil die letzten Besuche sehr ernüchternd waren.

    Ich habe viel gelesen und folgende Maßnahmen ergriffen:

    - 300mg Magnesium
    - Kurkuma Kapseln
    - Vitamin B12
    - Gingko Kapseln
    - Ingwer Tee

    Außerdem bin ich im Rahmen meiner Recherchen auf einen Relaxbogen gestoßen der mir eben per Post geliefert wurde und bei Kieferverspannungen helfen soll. Ich habe immer sehr harte Kiefermuskeln und habe große Hoffnungen was diesen Bogen angeht. Vielleicht wird ja eine Linderung meines Tinnitus dadurch erzielt.

    Ich höre weiterhin leise Entspannungsmusik im Hintergrund.

    Gestern war der schlimmste Tag. Meine Ohren taten selbst bei normaler Lautstärke sehr weh.

    Überraschenderweise ist heute bisher der beste Tag. Ich hoffe meine Ohren legen ihre Empfindlichkeit wieder ab und der Tinnitus wird zumindest etwas leiser.

    Die letzten Tage waren echt schlimm.

    Danke fürs Lesen und euch alles Gute.

    Simon


  • #2
    Leider wird man gegen deine Symptome nicht wirklich etwas machen können. Bei manchen Menschen ist das Innenohr besonders anfällig für Lärmschäden und bereits niedrigere Schallpegel können dauerhafte Schäden zur Folge haben. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als "vulnerables Innenohr". Vielleicht hast du das Pech zu dieser Gruppe zu gehören. Man kann dann wohl nur versuchen übermäßigen Lärm zu vermeiden. Allerdings könnte das Tragen von Gehörschutz bei normalen Geräuschen eine subjektive Geräuschempfindlichkeit fördern.

    Die obigen Maßnahmen dürften überwiegend nutzlos sein. Allenfalls Magnesium könnte vielleicht etwas bringen. Ich erinnere mich ganz dunkel, dass es die Haarzellen des Innenohrs vor Lärmschäden schützen können soll, jedoch weiß ich nicht ob das auch wirklich bewiesen ist.

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    • #3
      Alle Achtung, dass du das überhaupt so lange ausgehalten hast.
      Ich war schon nach 2 Tagen am Durchdrehen.

      Zu laute Musik war vlt. der Auslöser des TT, jedoch glaube ich nicht, dass die für die aktuellen Probleme hier die entscheidende Rolle spielt, insbesondere, wenn du Gehörschutz getragen hast.

      Das die Ohren so empfindlich waren kam vermutlich vom Tragen des Gehörschutzes selbst. Das hat bei mir z.T. auch schon Gehörgangsentzündungen oder Reizungen hervorgerufen und der TT kam mir dann auch immer lauter vor.

      Ich würde in Anbetracht der (zu dem Thema nicht gemachten) Schilderungen eher auch nochmal folgenden Kreislauf prüfen:

      Stress (durch Schichtarbeit, Angst bzgl. TT selbst, fehlende Erholung durch mehrere Tage Party machen)
      --> Verspannungen (insbes. Hals/Nacken/Kaumuskeln); Kaumuskeln dabei auch mgl. durch Zähnepressen oder Knirschen
      --> (verstärkter) TT --> dadurch auch wieder erhöhte Fixierung auf den TT und dann geht es von vorn los

      Ansonsten weiß ich auch nicht weiter, außer dass Gingko (zumindest in den hier erhältlichen Minidosierungen) nur teuer ist und nix bringt, weswegen mich diese dämliche Tebonin-Werbung so auf die Palme bringt.
      Die ganze Angelegenheit mit der angebl. mangelhaften Durchblutung ist ja auch so ne Sache.
      Da hätten die Infusionen ja auch deutlich mehr gebracht. Das Cortison wird da meines Wissens nach in der Regel ja auch zusammen mit durchblutungsfördernden Mitteln verabreicht.
      Bei mir piept´s... Und summt... Und rauscht... Und brummt... Und pfeifen tut´s erst recht.
      Und darum gehts mir schlecht!

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      • #4
        Hallo,

        ja ich denke Stress spielt eine sehr große Rolle aber ich weiß nicht genau was ich da machen soll. Ich habe meiner Meinung nach Entspannungstechniken ausprobiert und probiere sie auch weiterhin aus (Meditation etc.).

        Nichtsdestoweniger ist diese Jahr tatsächlich von großer Veränderung in kurzer Zeit geprägt und das hat ggf. mehr Stress ausgelöst als gedacht (im Nachhinein betrachtet).

        Ich bin insgesamt wieder etwas beruhigter, weil das Brummen links verschwunden ist. Das Piepen kann ich doch deutlich besser aushalten. Eindeutig ein Zeichen von Stress (zum Glück).

        Die Empfindlichkeit hat wieder etwas nachgelassen und ich kann tagsüber ohne Ohrenschützer los. Aber bei Konzerten etc. werde ich sie auch weiterhin tragen.

        Abends im Stillen ist es dennoch relativ laut aber zum Glück funktioniert das Einschlafen.

        Was die körperlichen Verspannungen angeht. Ich habe mir ja einen sog. Relaxbogen gekauft der für die Kaumuskulatur da ist, um diese zu entspannen. Ich bin weiterhin gespannt und trage ihn regelmäßig. Die Muskulatur "arbeitet" auf jeden Fall.

        Weiterhin habe ich mir eine Akupunktur Matratze gekauft. Die entspannt mich körperlich total (Kopf bis Lendenbereich) und ich hoffe auf Entspannungseffekte, die sich positiv auf den Tinnitus auswirken.

        Die Fixierung vom TT konnte ich etwas abwenden aber dieser Kreislauf ist echt teuflisch, weil sich alles nur um diesen Ton dreht. Grausam.

        Ja ob die ganzen Zusatzstoffe helfen weiß ich natürlich nicht aber in der Verzweiflung habe ich einfach mal alles gekauft.

        Danke für eure Antworten und schönes WE.

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        • #5
          Hallo,

          nun ist es ca. 5 Wochen her, dass mein TT sich verschlimmerte.

          Erschreckend für mich war vor ca. 2 Wochen als ich in der Nacht aufwachte, weil eine Mücke herumflog und ich sie erst hörte, als sie unmittelbar vor mir flog.

          Ich hatte mich zudem sozial stark zurückgezogen, weil ich keine lauten Geräusche hören konnte und mich etwas alleine gefühlt in letzter Zeit.

          Ich kann heute sagen und ich danke Gott oder wem auch immer dafür, dass sich mein TT wieder beruhigt hat. Das Brummen ist gänzlich verschwunden und der hohe Piepton ist zumindest deutlich leiser geworden (lediglich etwas lauter als zuvor aber deutlich besser als ich hier das erste Mal geschrieben hatte).

          Ich höre sogar wieder Musik (etwas anderes als chill Musik) und das ist das wichtigste für mich.

          Ich habe gemerkt, dass ich von einer Woche (vor Mallorca, sehr gut drauf, lebensfroh etc.) in die Nächste komplett in eine Depression gerutscht bin. Ich war jetzt einen Monat komplett passiv und träge, habe mich meiner Trauer hingegeben.

          Heute morgen stellte ich fest, dass sich die Situation dramatisch verbessert hat ! Ich höre das erste mal wieder meine geliebte Rockmusik und meine Laune steigt schlagartig ! Das war auch eine große mentale Entspannung.

          Ich merke das die Lebensgeister zurückkommen und ich denke, dass die depressive Phase nun ausklingen wird. Der Fokus liegt wieder woanders und nicht beim TT.

          Die o.g. Maßnahmen führe ich immer noch täglich durch ! Der Relaxbogen für meine Kaumuskulatur hat dazu beigetragen, dass sich diese deutlich entspannt hat, auch wenn richtige Ergebnisse erst nach 8 - 12 Wochen eintreten sollen.

          So ich höre weiter Rockmusik ! Nichtsdestoweniger bin ich natürlich weiterhin vorsichtig

          Grüße !

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          • #6
            Schön für Dich und Glückwunsch. Genau das ist die Frage, mit der ich mich gerade quäle: Könnte es nicht sein, dass man mit Ohrstöpseln im Alltag den Teufel erst so richtig weckt? Das Hörzentrum registriert: "Ah, es kommt weniger an". Also fährt es die Empfindlichkeit hoch, schaltet Suchmechanismen an, reagiert auf leiseste Signale, und dabei gehen Kanäle nach innen mit auf, die nie dazu bestimmt waren. Mein Fazit: Ohrstöpsel also da, wo sie sinnvoll sind: Beim Rasieren, Staubsaugen, im Straßenverkehr, usw...

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            • #7
              Ja ich hab die Nutzung auch immer weiter zurückgefahren aber zu Beginn ging es tatsächlich nicht anders. Vorher habe ich sie auch nur bei Konzerten oder Party getragen und es gab danach nie Probleme.

              Aber die Überempfindlichkeit kommt sicherlich auch daher, dass man seine Aufmerksamkeit zu sehr auf Geräusche legt. Zumindest ist mir das aufgefallen.

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              • #8
                Ich bin auch ein großer Musikfan, habe manchmal 6 Stunden am Tag durchweg gehört, nicht voll aufgedreht, aber ordentlich.
                Mein Tipp an alle: Hört bewußter! Nicht sinnlos nebenbei. Niemals mehr im Auto, nicht bei Sport, Joggen, Radfahren, seltenst mit Kopfhörern. Nehmt Euch Zeit für die Musik, setzt Euch zwischen die Stereoanlage, und genießt. Niemals bei der Büroarbeit auch noch mit Kopfhörern Musik. Unsere Ohren schaffen das einfach nicht, brauchen Ruhephasen. Damit die Härchen nicht einknicken. Gönnt Euren Ohren Pausen.

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