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Erfahrungsbericht nach 19 Jahren ein Ergebnis...

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    Hallo Zusammen,

    ich wollte Euch nun meinen Erfahrungsbericht mit meinem Tinnitus (den habe ich 1998 zum ersten Mal wahrgenommen) schildern.
    Es hat leider bis heute gedauert, aber bin jetzt in der Lage, euch meinen Erfahrungsbericht mit Ursache zu schildern. Es hat im Endeffekt nun seit 1998 bis 2016 gedauert.
    Ich habe zur Sicherheit noch eine Weile gewartet um sicherzugehen dass der Zustand so bleibt. Daher schreibe ich Euch heute erst.
    Seit 2004 bin ich hier schon Mitglied und da war ich noch voll im Gange mit der Ursachenforschung, wie ihr alle hier. Daher kann ich euch nur zu gut verstehen.
    Aber jetzt zu meinem Bericht:
    Angefangen hat es 1998 mit einem gaanz leisten Piepton auf dem linken Ohr. Zunächst nicht wirklich wahrnehmbar aber trotzdem war ich erstmal schockiert und es störte mich doch recht sehr beim schlafen. Obwohl dieses Geräusch oder der Geräuschpegel damals so gut wie gar nichts war, verglichen mit später. Aber das wusste ich damals ja noch nicht und somit könnte jeder wohl darüber lachen, wie lächerlich leise der Piepton war. Aber für denjenigen der ihn hat, ist leise schon laut genug. Ich bin jetzt nicht übergewichtig und mache auch Sport, trinke und rauche nicht.
    Also diese Faktoren fallen schon mal weg, denn das wird ja sofort von den Ärzten vorgeschlagen, dass man erstmal mehr Bewegung haben sollte und Sport treiben soll.
    Das stimmt auch, aber das fiel bei mir schon weg, da ich es ohnehin schon machte oder mache. Also das war es bei mir schon mal nicht.

    Mein Ohrenarzt verabreichte mir dann zunächst einmal eine Infusion und ich wurde für die Dauer krankgeschrieben.
    Auch schickte er mich zum Kernspin und mein Kopf wurde erst einmal gecheckt. Hier war alles in Ordnung.
    Ich stellte mir einen kleinen Wasserbrunnen ins Schlafzimmer, der dann somit beim Schlafen einiges an Linderung brachte.
    Lange Zeit war es dann so und es blieb gleich. Ich konnte es verdrängen und nahm es soweit gar nicht mehr war. Aber der Tinnitus war natürlich da und messbar.

    So vergingen dann 1 bis zwei weitere Jahre ohne dass sich irgendetwas wirklich tat. Der Tinnitus war aber nach wie vor da. Ich hatte mich damit abgefunden und dachte, naja, wenn es so bleibt dann passt es schon.

    Dann aber veränderte sich etwas. Ich versürte immer mehr Verspannungen im Rücken und Nacken. Was folgte waren endlose Besuche bei Orthopäden. Die klassischen Massageanwendungen und Fangopackungen taten zwar gut, aber bei den Physiotherapeuten muss man wirklich Glück haben, einen guten zu erwischen. Zu meiner Zeit war es wohl ein Trendberuf der cool war. Demnach waren so auch die Massagen von der Qualität her. Eher schlecht. Und man wurde gefragt, wo man denn die Verspannung hat. Ein guter Masseur oder Masseurin findet das selbst heraus.
    Mittlerweile wurde der Tinnitus dann einen Tick intensiver. Nun war er auch auf dem rechten Ohr zu hören oder wahrnehmbar.
    Jetzt half mittlerweile auch schon nicht mehr mein Wasserbrunnen im Schlafzimmer. Ich hatte einen Ipod und auf den habe ich mir MP3 Geräusche in Form von Grillenzirpen, Wasserfall und Regengeräusche im Dschungel und so weiter draufgeladen. Das half mir auch richtig beim Einschlafen weil vor allem das Grillenzirpen doch richtig hochtönig ist. Da gibt es ja viele Sachen.

    Und wieder vergingen 1-2 Jahre und das Ohrengeräusch wurde wieder einen Ticken intensiver. Im Endeffekt ging es so immer weiter. Ich wusste, jedes Jahr wird es schlimmer. Keine Chance. Ich hatte schon Höllenangst vor dem nächsten Jahr. Wenn andere Kollegen ihren Urlaubsplan fürs nächste Jahr eintrugen, hoffte ich, das nächste Jahr würde nie kommen. Jeder von euch kennt es wahrscheinlich.

    Die Rückenprobleme wurden immer schlimmer. Auch die nächsten Jahre. Verspannungen breiteten sich aus bis zum Hals hoch. Ich konnte auch den Kopf nicht mehr wirklich ganz nach rechts oder links drehen. HWS Syndrom !!! hiess es da von den Orthopäden. Jeder hat irgendwie ein "kleines" HWS Syndrom im Laufe der Zeit. Aber man versucht halt eine Ursache zu finden.
    Da die ganzen Physiotherapeuten nichts brachten oder nicht wirklic besserung, kam ich nach einiger Zeit zum einem Chiropraktiker bzw. Osteophaten in München. Wie gesagt, fragt mich gerne nach Adressen per Nachricht, dann sende ich es Euch falls ihr auch so eine Entwicklung habt wie ich oder glaubt, es könnte sowas sein.

    Diesem Chiropraktiker war es wichtig, die Sache ganzheitlich zu sehen, nicht nur da wo die Probleme sind. Da er mir sagte, die Probleme bzw. die Ursache kann ganz woanders sitzen und die Schmerzen machen sich woanders bemerkbar. Er konnte mit speziellen Akkupressurverfahren , Triggerpunkten ect. es somit schaffen, mich von den Verspannungen wenigsten für einige Wochen zu befreuen. Die Ohrengeräusche blieben aber. Wobei er wirklich nichts ausgelassen hatte. Auch Kieferbehandlungen und so weiter. Erstaunlich was es alles gibt. Aber letztlich bin ich dann nur noch zu ihm gegangen weil alles andere Erlebte bei den Physiotherapeuten ....."konnte ich vergessen!!!! Keine Hoffnung da einen zu finden, der wirklich seinen Beruf als "Beruf" sieht, bzw. Berufung.

    Ich war mittlerweile auch bei einer anderen Professorin in München für Ohrenheilkunde, die mir auch nur einen Innenohrschaden diagnostizieren konnte, zuvor aber wirklich viele Möglichkeiten aufzeigte, die Sache angehen zu können. Nachdem der Innenohrschaden dann aber festgestellt wurde, kam es bei mir so an als wollte man das nun auf die Bundeswehr schieben oder auf Discobesuche. Ich besuchte keine Discos und meine Bundeswehrzeit war damals schon gute 10 Jahre vorbei. Und einen Tinnitus bekommt man dann doch wenigstens gleich bei der Schiessübung oder halt dann wenistens Wochen später. Aber eigentlich doch ziemlich bald oder? Aber nicht nach mehr als 10 Jahren... Naja.

    Es vergingen immer wieder einige Jahre , wobei die Ohrengeräusche immer intensiver wurden. Auch die Verspannungen.
    Jetzt kam aber wieder etwas Neues dazu. Bzw. konnte ich seit einiger Zeit feststellen, wenn ich die Kiefermuskulatur anspanne oder gähne oder eben diese Muskulatur anspanne, konnte ich die Ohrengeräusche bis ins Unermessliche intensivieren. Warum also kann ich Ohrengeräusche manipulieren, wenn es ein Gehörschaden ist? Dann ist das Geräusch doch immer gleich dachte ich und ich habe keine Chance hier etwas zu manipulieren?? Immer wieder fragte ich mich, dann kann es doch nicht daher kommen..... Vielleicht bin ich auch Laie. Aber so ist es eben.

    Eine befreundete Zahnärztin aus USA sagte mir, lass dir doch mal die Zähne untersuchen.

    Habe ich dann auch. Alles Amalgan und sonstige schädliche entfernen lassen. Das hat nicht geholfen bei mir. Aber zumindest hatte ich es raus.

    Ich erinnerte mich dann nochmals an einen Zahnarztbesuch vor über 20 Jahren. Da war ich bei einer Routineuntersuchung und da war eine Aushilfe von der Kieferchirugrie. Hatte wohl sein Praktikum dort. Der sagte mir daaaaaaaaaaaaamals , dass mein Kiefer nicht passt. Und der wird ihnen später einmal ziemlich Probleme bereiten, meinte er. Es gabe da heutzutage schon Operationsverfahren die das beheben können. Hört sich zwar grausam an, aber das sei für die Chirurgen eingentlich Daily Business. Wie man so ist in jugenndlichen Jahren, habe ich das in den Wind geschossen. Was soll ich bitte in der Kieferchirurgie. Mir fehlt doch nix. Schliesslich will ich nur Zahnreinigung. Also schnell wieder nach Hause und alles vergessen. Dies nur kurz zur Zwischeninfo.

    Mittlerweile hatte ich mit dem Weintrinken angefangen abends kurz vor dem Schlafengehen. Das half mir , besser einzuschlafen neben all dem anderen.
    Denn wie gesagt, man kann leicht sagen, man muss lernen die Geräusche zu verdrängen. Aber jeder kämpft mit seinem eigenen Pegel. Für den einen ist leise schon zu laut und braucht lange sich daran zu gewöhnen. Aber man kann es nicht pauschalisieren. Und irgendwann ist es nicht mehr möglich das zu verdrängen. Selbst wenn man neben der Autobahn draussen schläft.

    Da die Verspannungen im Nackenbereicht noch schlimmer wurden im Laufe der Zeit bis eigentlich hinunter zum ganzen Rücken, bekam ich zusätzlich auch vermehrt Kopfschmerzen.

    Auch Gesichtsschmerzen kamen vermehrt hinzu. Gesichtsschmerzen!!!! Was ist jetzt wieder los dachte ich?? Natürlich hat mir mein Chiropraktiker weiter geholfen und es immer wieder geschafft alles zu lindern. Nur die Intensität des Tinnitus nicht.

    Ich hatte nur die Option und Gewissheit - Es wird schlechter , von Jahr zu Jahr.

    Mit dem Gedanken im Kopf, dass es vielleicht was am Kiefer sein könnte, ging ich dann mal zu einem Kieferorthopäden.
    Der sah sich das an und sagte mir auch, ja das stimmt wohl nicht so ganz und meine Oberkiefer liegt eeeeeetwas weiter nach vorne als der Unterkiefer. Wirklich nicht viel aber es passt halt nicht. Auch der Biss wäre nicht komplett hinten, sondern ich würde auch mehr vorn Kontak haben. Auf meine Info hin bezüglich des Tinnitus hatte er aber auch keine Erklärung und meinte nur. Also wenn sie sich für eine Behandlung entscheiden ist danach zwar sicher, dass mein Biss komplett passt und von dieser Seite alles ok ist, aber bezütlich des Tinnitus....kann sein, kann aber sein dass sich nichts ändert.

    Bin dann zu dem vom Kieferorthopäden empfohlenen Kieferchriurgen und habe es von ihm ansehen lassen. Der hatte sich nur das Modell angesehen , nicht mal mein Gebiss im Original und meinte dann. Das sei kein Problem das zu machen, machen wir täglich und so weiter. Aber auch hier war die Beratung nicht ausreichend für mich und ich hatte kein gutes Gefühl. Aber bezüglich Tinnitus auch hier, keine Erfahrung. Somit habe ich es gelassen.

    Und wieder vergingen paar Jahre. Wieder mit Chriopraktikerbesuchen, der lindern konnte, aber mit jährlich zunehmendem Tinnitus an Intensität.
    Erstaunlicherweise konnte ich mich immer gut mit dem Tinnitus arrangieren. Es dauerte immer gute paar Wochen und ich hatte mich an das intensivere Geräusch gewöhnt.
    Manchmal dachte ich sogar, der säuselt mich in den Schlaf... Aber Hörspiele und Grillenzirpen waren immer noch meine besten Freunde beim Einschlafen. Und auch Rotwein......
    Zu meinen Rückenschmerzen, Problemen im HWS Bereich, sowie Kopf und Gesichtsschmerzen gesellten sich auch noch Kieferschmerzen und Schmerzen beim Kauen in der Muskulatur.

    Irgendwann telefonierte ich nochmals mit meiner Freundin der Zahnärztin (die ist nicht in Stadt...daher) und beschrieb ihr alles Erlebte. Sie meinte.
    Dann geht doch jetzt bitte mal zu dem Kieferorthopäden in München. Ich schick dir die Adresse. Sie schickt alle Ihre Patienten dahin, da sie ein gutes Gefühl mit ihr hat und sie auch kennt.

    Beim Kieferorthopäden angekommen. Sie ist Professorin der Kieferorthopädie und kurz vor Rente. Sie nimmt die Prüfungen für alle Orthopäden ab und unterrichtet an der Uni und verfasst Bücher. Sie sagte mir, sie hat schon gewusst was bei mir Sache ist bevor sie mir in den Mund geschaut hat. Alleine mein Profil hat ihr schon gereicht.
    Ich erzählte ihr dann auch von dem Tinnitus und sie meinte das sei eine klare Sache da das alles damit zusammenhängt und erklärte mir hierzu auch Einiges.
    Es schien, dass ich hier endlich einmal an der richtigen Adresse angekommen bin. Für sie war es mit dem Tinnitus nichts Neues. Alles klare Sache. Auch die Verspannungen.
    Sie schickte mich zu Ihrem Kollegen Herrn Prof. Dr. ...der Kieferchirugie im Klinikum rechts der Isar.
    Auch dieser Bestätigte mir meine Befürchtungen. Hier endlich einmal professionelle Auskünfte und mir wurden wirklich die Ängste genommen.
    Ich für mich hatte mich dann zu dem Rundumschlag entschieden mit der Hammermethode und mich für die Kieferorthopädische Behandlung entschieden inklusive Versetzung des Oberkiefers.

    Denn, ich hatte nur eine Option und Gewissheit. Nämlich die, dass es immer schlimmer wird. Ich hatte nichts zu verlieren.

    Somit begann dann meine Kieferorthopädische Behandlung, zuerst für gute 2 Jahre eine feste Spange mit Bögen und allem drum und drann.
    Während dieser Behandlung merkte ich aber, schleichend, dass ich gar nicht mehr so oft zum Chiropraktiker musste. Schon während der Behandlung mit der Zahnspange
    wurde es besser. Noch bevor ich überhaupt operiert wurde, musste ich gar nicht mehr zum Chiropraktiker. Ich konnte sogar wieder Sport machen. Denn zuvor war das gar nicht
    mehr möglich wegen der Rückenprobleme!!!!! Auch die Oberkiefer OP war ein Klacks. Alles was man so hört , hört sich natürlich brutal an, aber ist für Ärtze da tägliches Geschäft.
    Ich war während der Behandlung auch mal bei meinem Chiropraktiker um ihm das zu schildern. Somit weiss er Bescheid, sagte mir aber, ein Patient ist für ihn erst dann geheilt, wenn er 3 Jahre nicht mehr bei Ihm war Auch gut.
    Dann hatte ich die Kiefer OP. Danach nochmals Behandlung mit der Spange. Die Ohrengeräusche sind zurückgegangen und während der Behandlung beim Kieferorthopäden sind sie nicht mehr stärker geworden. Das war zuvor ja jährlich der Fall. Schon während der Behandlung der ganzen Zeit wurden die Geräusche nicht mehr stärker.

    Die Ohrengeräusche wurden nicht sofort besser. Erst mal blieb alles so. Wurde aber NICHT mehr intensiver. Erst nach längerer Zeit ertappte ich mich von Zeit zu Zeit als ich mich fragte " Moment mal, wo sind eigentlich meine Ohrengeräusche????" . Die Intensität wurde genommen. Mittlerweile muss ich mich manchmal fragen ob ich sie überhaupt noch habe.
    Ich habe sie schon noch, aber die sind soweit zurückgegangen, dass ich darüber lachen kann. Manchmal kann ich sie gar nicht mehr wahrnehmen. Messbar sind sie bestimmt immer noch, wenn ich das von einem Ohrenarzt untersuchen lasse.

    Aber , bei mir war der Kiefer das Problem. Der Kiefer hatte sich ganz zuletzt mit Schmerzen gemeldet. Zu allererst der Tinnitus. Dann die Rückenbeschwerden, dann rauf zum Hals Wirbelsäulenberich, Nackenbereich. Dann Kopfschmerzen, dann Gesichtsschmerzen. Und gaaaaaaaaaanz am Schluss Kieferschmerzen, Kiefermuskulatur. Und alles wohl dosiert über 19 Jahre......
    Der Übeltäter kam ganz am Ende zum Vorschein und hat alles andere vorgeschoben, somit hat man komplette fast 19 Jahre falsch gesucht!!!!!!!!!!!!!!!!

    Vielleicht hilft es dem einen oder anderen. Unterschätzt NIEMALS den Kiefer!!!!!!!!! Bei mir war es wirklich nur eine minimale Fehlstellung, die man aber halt nur operativ korrigieren konnte.

    Bei Fragen bitte einfach schreiben. Adressen ansonsten per Nachricht, bzw. Mail.

    Viel Glück bei der Suche nach dem Übeltäter, der sich gut versteckt hält. Bei mir hat es fast 19 Jahre gedauert..........

    Viele Grüße
    Peter
    Zuletzt geändert von P_Bauer; 25.12.2017, 22:41.

  • #2
    Hallo Peter,

    danke für den ausführlichen Bericht.
    Ich freue mich, dass du für dich etwas gefunden hast, das dir hilft.

    Werde auch mal bei meinem ZA nachfragen, ob die sowas anbieten.
    Bei mir piept´s... Und summt... Und rauscht... Und brummt... Und pfeifen tut´s erst recht.
    Und darum gehts mir schlecht!

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    • #3
      Hallo Peter,

      vielen Dank für die Teilhabe an deiner Tinnitusgeschichte. Ich bin so froh, dass dir letztendlich doch noch geholfen werden konnte,
      und hoffe das auch der Restton mit der Zeit verschwindet. Man selbst denkt wohl immer "MEIN" Tinnitus ist am schlimmsten, aber
      das du überhaupt die Kraft hattest immer weiter nach der Ursache zu suchen und diesen ständig lauter werdenden Ton aushalten konntest
      ist bewundernswert und gibt einem nochmals Motivation.

      Liebe Grüße
      Peter

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