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Muskeltonus durch starken Tinnitus

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  • Muskeltonus durch starken Tinnitus

    Hallo, ich bin neu hier.
    Meine Geschichte in Kürze: Ich habe 2002 einen Hörsturz mit Tinnitus erlitten der bis heute in unveräderter Form andauert. Auf dem linken, betroffenen Ohr habe ich noch ein geringes Resthören im Tieftonbereich. Ich habe bisher gelernt, dass der Tinnitus mit dem Hörverlust korreliert. Das heißt: umso höher, totaler der Hörverlust, umso höher und lauter der Tinnitus. Ein Gutachten bestätigt mir Stufe drei bis vier von vier Stufen. Meine verschiedenen Tinnitustöne erreichen also fast die Lautstärke eines Weckers. Ich habe mich daran gewöhnt (Tinnitus-Retraining) und kann mit beidem leben. Wenn da nicht der Muskeltonus, also eine Anspannung der Kiefer, Hals und Nackenmuskeln wäre, die bis in Rücken und Brust ausstrahlt. Dieses Leiden begann ein paar Wochen nach dem Hörsturz.
    Und jetzt meine Frage an das Forum: wem geht es genauso und was habt ihr dagegen oder dafür unternommen? Mich bringt das zur Verzweiflung. Kann mich nie richtig entspannen.
    Ich habe inzwischen bei den Buddhisten die Ruhemeditation erlernt, die ich fast jeden Tag eine halbe Stunde praktiziere. Daneben versuche ich Stress zu vermeiden wo es nur geht. Nützt nix oder wäre vllt ohne dies noch schlimmer. Es gibt eine Muskeltonusmessung, die die Kasse nicht übernimmt, um die Stärke festzustellen. Ich vermute nämlich, dass dieser Muskeltonus für meine Durchblutungsstörungen im Kopf- und Halsbereich zuständig ist. Wer hat damit Erfahrungen, bzw Ergebnisse?
    Wäre schön von euch zu hören, Reini

  • #2
    Von der Kasse gibt es beim Zahnarzt eine angepasste Biss-Schiene, die mir geholfen hat. Je konsequenter ich sie nachts anlegte, desto entspannter war mein ansonsten auch maximal verspannter Kiefer am Morgen, was sich dann mit zunehmender Entspannung unter vielen anderen Therapien bzw. Anwendungen wie Magnesium und Zink positiv auf den Tinnitus auswirkte, weil sich damit eben Unter- und Oberkiefer nicht mehr ineinander verschieben. Beim Kieferorthopäden gäbe es dann auch noch ein kostenpflichtige, individuell an die jeweiligen Schiefstellungen des Kiefers angepasste bessere Variante, die ich noch nicht ausprobiert habe, weil es mir nach 1,5 Jahren Tinnitus so langsam wieder wie vorher geht. Die Lautstärke eines Weckers kenne ich aus den ersten Wochen, o Mann, mein Beileid.

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    • #3
      Eine Biss-Schiene hätte ich auch erstmal empfohlen. Ich bin auch sehr sehr verspannt in der selben Gegend. Physio, Osteo, Schiene, Quaddeln und Übungen haben mir sehr schnell und wirklich sehr gut geholfen. WIchtig ist natürlich ein Physio, der sich auf´s Kiefer und Hals/Nacken spezialisiert hat. Quaddeln ist halt eher um das akut etwas zu entlasten. Wünsch Dir alles erdenklich gute mit deinem Tinnitus.

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      • #4
        Edith meint, ich könnte noch erwähnen, dass ich das gesamte Gesicht auch mehrmals täglich mit einem Softball massiert habe, auch und gerade da, wo es weh tut; halt so Übungen, die man auch bei youtube findet. Natürlich auch Ober- und Unterkiefer so weit als möglich aufgerissen, oder die Übung, wo man im Liegen immer wieder den Kopf bzw. das Kinn bei so gerade als möglich gehaltenem Hals auf die Brust zieht und so lange als möglich dort hält. Was ich mir selbst ausgedacht habe (und das war bei mir bestimmt auch ein großer Heil-Griff) war das seitliche, extreme Verschieben von Unter- und Oberkiefer; also diesen nach links, jenen nach rechts, und wechseln, und richtig lange halten wie im Yoga, also beatmen, mit Nährstoffen und Energie versorgen. Richtig Druck, richtig auch Schmerzen aushalten. Geholfen hat das vor allem, um diese grässliche All-morgendliche Verspannung im Kiefer abzubauen, die fast genauso schlimm war wie der Brumm-Tinnitus rechts (den Zisch-Tinnitus links beeindruckt allerdings kein Kraut dieser Welt). Der stört mich aber nicht mehr so. Ach ja, und so Wärme-Kissen helfen auch. Alles ist gut, was den Druck raus nimmt.

        Und noch was fällt mir wieder ein: Eine Zeitlang habe ich auch so ein Hals-und Nacken-Fascien-Massagekissen an den Kopf gehalten, ab und zu auch an die Ohren, meistens an die Kiefer. Das erzeugt natürlich einen ganz schön lauten Brummton, wo ich mir aber dachte, dass der doch ähnlich dem ist, den wir im Yoga auch gegen Tinnitus selbst erzeugen. Danach gab es dann noch eine Art Nachdröhnen (ganz schön gespenstisch, hab zuerst Panik bekommen), bei der Fascien-Kissen-Anwendung; beim Summton im Yoga allerdings manchmal auch. Und das Fascien-Kissen-Anwendung bewirkte das einzige Mal, dass auch der Zisch-Tinnitus links zumindest für einige Zeit von "konstant" auf "Funk-Zerhackung mit Neigung zum totalen Rückzug" modifiziert ist. Ich warne aber trotzdem mal davor, weil man die Ohren immerhin mit einer Art direkt angewandten Lärm belastet; muß halt jeder selbst wissen, was er riskieren will. Wenn mein rechter Brummton nun wirklich bald über einen Monat so gut wie nachhaltig minimiert und über weite Strecken einfach kaum noch zu orten ist bzw. es so bleibt, mache ich mich noch mal an den Zisch-Kollegen. Man gönnt sich ja sonst nichts ;-)
        Zuletzt geändert von Klingsohr; 19.07.2019, 22:33.

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        • #5
          Hallo zusammen, Tausend Dank für eure Tipps. Bissschinen hatte ich schon zwei. Halfen nichts. Der Kieferorthopäde wollte 500 Euro als Vorschuss für eine CMD Behandlung, an die er wohl selbst nicht glaubte, weil er lediglich meinte es "könnte" helfen. Übungen des gesamten Halteapparates am Oberkörper samt Gesichtsmuskeln mache ich um meine Durchblutung dort zu verbessern. Den Tinnitus tangiert das in keiner Weise. Mein Tinnitus ist ein "Alarmsignal". Er steigt bei Stress und wird leiser bei Entspannung. Manchmal hab ich das Gefühl, dass, umsomehr ich versuche ihn wegzukriegen, er eher zunimmt, zumindest aber keine Anstalten macht leiser zu werden. Allein das Bemühen stresst mich schon. Ruhe, Wärme, stressfreie Gedanken und ein ruhiges Leben helfen mir mit dem Tinnitus einigermaßen klarzukommen. Doch sowas gibts nicht auf Rezept oder Kommando - vielleicht im Kloster. Hörverlust und Tinnitus alleine kann ich gut aushalten. Nur der Muskeltonus macht mich fertig. Er geht vom Kiefergelenk bis in Brust und Rücken. Der letzte Physio, den ich darauf ansetzte, verschlimmerte das Leiden eher. Nach einer der sechs Behandlungen kam zeitweise ein neuer Tinnituston dazu.
          Aber was ich hier so höre, haben mehrere tinnitusbetroffene die ähnlichen Muskeltonusprobleme. Für die meißten Ärzte gibt es da keinen oder wenig Zusammenhang. Für sie ist die Anspannungssymptomatik der Auslöser für den Tinnitus und nicht umgekehrt. Ich habe diese Probleme aber erst nach dem Hörsturz bekommen. Und der Hörsturz war ausgelöst worden durch einen Arbeitsunfall.

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          • #6
            Darf man fragen, inwieweit dein Hörsturz durch den Arbeitsunfall ausgelöst wurde? Hatte dies etwas mit Lärmemissionen zu tun?

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            • #7
              Muss nichts mit Lärm zu tun haben, Stressfaktoren oder eine posttraumatische Belastungsstörungen können auch Tinnitus auslösen.

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