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Wie soll es weitergehen...

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  • Wie soll es weitergehen...

    Hallo an Alle,

    Ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 30 Jahre und habe seit 5 Jahren Tinnitus bds. mit Schwerhörigkeit und Hyperakusis bds.
    Mein Tinnitus besteht mittlerweile aus 3 Tönen, einen hohen pfeifton bds. Sowie einen dumpfen und abgehackten zischton links, der gott sei dank nur ab und zu vorhanden ist und wie ein Grillenzirpen klingt.

    Im letzten halben Jahr wurden alle oben genannten Symptome immer schlimmer, so dass ich trotz Hörgeräte nur sehr mäßig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Seit kurzem bin ich krank geschrieben und strebe jetzt einen Platz in der tagesklinik an, um auch meine bestehende Depression in den Griff zu bekommen.

    Ich habe mittlerweile große Angst wie es weiter gehen wird, im Beruf und im privaten, es strengt mich alles so sehr an. Manchmal denke ich durchzudrehen, wenn zu viel Stress auf mich ein strömt. Meine Aufmerksamkeit und Konzentration ist fast am Nullpunkt. Habt ihr Ratschläge für mich, dass ich wieder etwas positiv denken kann?!

    Achso... Ich habe eine Überweisung zwecks einsetzen von cochlea implantaten, womit die Chance besteht dass ich besser höre und evtl. Auch der Tinnitus leiser wird. Jedoch wird alles noch geprüft ob ich die Indikation dafür erfülle.

    Danke schon mal im voraus für eure Antworten

    LG Maika

  • #2
    Achso... Ich habe eine Überweisung zwecks einsetzen von cochlea implantaten, womit die Chance besteht dass ich besser höre und evtl. Auch der Tinnitus leiser wird. Jedoch wird alles noch geprüft ob ich die Indikation dafür erfülle.
    Das ist doch schon einmal ein Hoffnungsschimmer, denn damit hast du eine reelle Chance wieder besser hören zu können und mit etwas Glück könnte der Tinnitus dadurch tatsächlich besser werden.

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    • #3
      "Habt ihr Ratschläge für mich, dass ich wieder etwas positiv denken kann?!"

      Was mir zeitlebens sehr geholfen hat, ist die Meditation. Sie gibt so etwas wie emotionale Sicherheit, so etwas wie einen inneren Fels, ganz egal, was von aussen passiert. So, wie man in der Meditation lernt, die Gedanken wie Wolken vorbei treiben zu lassen, - ohne sich von Ihnen zur Verfolgung zwingen zu lassen! - , sondern die Gedanken bemerkt, und dann wieder zur Mediation übergeht (das kann ein Mantra sein, das Auspendeln des Körperschwerpunkts mit dem Kopf, oder die Konzentration auf das Ein- und Ausatmen) - lernt man ganz langsam im Alltag, dass alles, was einem geschieht, nur die Kraft hat, einen zu beeinflussen, wenn man es der Sache erlaubt. Der Tinnitus ist der Tinnitus, er ist da, ohne Wenn und Aber. Nun kommt aber hinzu, ob-, und wenn ja: wie man ihn bewertet. Ob man sich davon fertig machen lässt, ist eine Entscheidung, die man selbst trifft - infolge der eigenen Bewertung. Man kann sich auch sagen: Ich bin stärker! Mag der Kollege pfeifen und zischen, na und? Ich lebe mein Leben weiter. meinen Atem höre ich auch. Eine reine Gewöhnungssache. Klar würde ich gerne ohne alle Beeinträchtigungen bis zum Tode leben. Soll es aber eine sein, ist Tinnitus bestimmt besser als so manches andere.

      Ich liebe die Meditation über alles. Meditation mit Tinnitus ist natürlich besonders schwer - in der absoluten Stille blüht der Tinnitus zur Höchstform auf. Schafft man es aber zumindest ab und zu, trotzdem weiter z.B. auf den Atem zu achten, erreicht man zumindest eine "Punkteteilung". Als Nebeneffekt bekommt man die Achtsamkeit raus aus dem grübelnden und denkenden Kopf, und rein in den Körper. Die Langzeitwirkung der Erfahrung, das man den Tinnitus in seine Schranken verweisen kann, und ihm nicht hilflos ausgesetzt ist, ist gar nicht hoch genug zu bewerten, vor allem dann, wenn man auch die Langzeit-Depression als mögliche Ursache mit einbezieht.

      Natürlich ist das nicht jedermanns Sache, und auch ich habe viele Tage (aktuell zum Beispiel!), an denen ich nahe dem Verzweifeln bin. Je mehr ich dann wieder raus in die Natur gehe, gelingt es mir, den Tinnitus auch zeitweise gar nicht mehr zu hören. Ich gehe auf die Strasse, und der Spuk ist so gut wie weg, überlagert von den Allragsgeräuschen. Sport hilft mir, Radfahren zum Beispiel. Was zerstört, ist Grübeln. Einige Dinge, wie zum Beispiel das Lesen, sind schwierig geworden; auch da sage ich mir, dass ich mir dies nicht vom Tinni kaputt machen lasse. Ich stelle mir dann vor, mein Nachbar hätte einen Rasenmäher an, und ich könne nichts dagegen machen. Das Geräusch ist nur das Geräusch. Entscheidend ist es, wie ich mich dazu verhalte. Kein Tag ist wie der andere. Denke ich heute, dass ich das alles eigentlich nicht mehr aushalten will, erfahre ich morgen, dass ich den Tinni einfach brummen lasse, gähne, und mein Leben weiter lebe, wie gehabt. So schafft es keine Depression, mich zu besiegen, weil ich weiß: auch dies geht wieder vorbei. Heilung ist natürlich ein schwieriges Thema. Darauf soll man nicht zählen. Aber einige meiner besten Freunde sind lange tot, die würden wahrscheinlich gerne mit Tinnitus leben, wenn sie dürften. Solche Dinge sage ich mir dann.

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      • #4
        Klingsohr ich danke dir für dein Feedback, auch ich habe hin und wieder Meditation ausbrobiert, war sogar schon bei mehreren Hypnosen, leider ohne Erfolg.
        Meditierst du mit oder ohne Musik? Denn wenn ich mit Musik meditiere sind immer mal wieder Töne dabei, die mein gehör nicht verträgt und aufschreien "piepen" lässt, fühlt sich bisschen an wie ein Stromschlag in Form eines schrillen Tons.

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        • #5
          Gerne. Im strengen Sinne immer ohne Musik; wenn ich es aber mal locker angehe, und den Tinnitus doch ein wenig kaschieren will, mit Musik. Ich habe bemerkt, dass ich bestimmte Frequenzen nicht mehr über die Stereo-Ortung der Lautsprecher wahrnehme, sondern diese direkt im Ohr bei mir erklingen, vor allem im Brummton-Ohr. Wahrscheinlich ist das nur genau die Tinnitus-Frequenz. Das mit der leichten Schmerzhaftigkeit hat sich gelegt, als die Hyperacusis zurückging. Vielleicht durch die vielen Ginkgo, die ich eingeworfen habe, wer weiß ...

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          • #6
            ASMR hilft auch zum Entspannen, auch dann wenn man nicht ein ASMR-ler ist.

            Ich reagiere auch gar nicht auf Hypnose.




            Gruss von Maria

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