Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

LSD und Psilocybin als Antidepressiva

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • LSD und Psilocybin als Antidepressiva

    Hallo,

    wie es so ist beim Herumschweifen im endlosen Internet, bin ich neulich auf einen Artikel gestossen, der mich seitdem nicht mehr losgelassen hat, bei der alten Tante FAZ naemlich >
    http://www.faz.net/aktuell/stil/leib-seele/eine-englische-adlige-will-beweisen-dass-lsd-kreativ-macht-und-gegen-depressionen-hilft-15312830.html

    Irgendwas mach ich falsch, Tastatur funktioniert nicht mehr, egal, es geht nur um den Artikel. Es wird darin also beschrieben, dass Mikro Dosen von LSD oder Psilocybin Depressionen g[nstig beeinflussen k;nnen, Mist, irgendwas stimmt mit meiner Tastatur nicht.

    @depressive Menschen k;nnen sich nicht mehr aus den Schleifen negativer Gedanken befreien...@

    Kann ich nur yustimmen, vor allem weil herk;mmiche ADs bei mir anscheinend nicht mehr wirken und ich nicht wirklich an meinem Yustand etwas 'ndern k;nnte etc.

    Beyeifle allerdings sehr stark, dass LSD und Psiloczbin jemals eine Marktyulassung bekommen werden...

    PS.> Stehe momentan nicht unter dem Einfluss von Psilocybin oder LSD, muss mir wohl nur eine neue Tastatur besorgen


    Muss mir keine neue Tastatur besorgen, sie war nur verstellt. [Alt] und [Umschalt] hat's behoben, gelobt sei der Herr!




    Zuletzt geändert von Thomas1962; 19.05.2018, 15:50.
    " Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben." Epiktet

  • #2
    Das Hauptproblem sind die Nebenwirkungen. Man kann durch Halluzinogene bereits nach einmaligem Konsum schwere psychische Störungen bekommen, die hinsichtlich des verursachten Leidens in einer weitaus höheren Liga als Tinnitus spielen, unheilbar sind und auch nicht auf Therapien ansprechen. Wenn überhaupt, werden sie nur bei therapieresistenten Patienten eine Option sein können.

    Kommentar


    • #3
      In dem erwähnten Text/Artikel geht es um Mikro-Dosen von LSD und Psilocybin. Ich bezweifle allerdings sehr stark, dass irgendjemand in diesem supernetten Forum jemals auch nur irgendwelche nennenswerte Erfahrungen mit den erwähnten Drogen gemacht hätte, warum wohl, weil sie verteufelt wurden.

      Der Krieg gegen Drogen, den Nixon und Reagan begonnen hatten, ist einerseits total gescheitert (siehe Kriminalisierung/Mafia etc.), andererseits war er sehr erfolgreich, weil zu LSD und Psilocybin bspw. nicht mehr geforscht wurde und wird, lieber verkauft man den herkömmlichen Scheißdreck (SSRIs etc.)...

      Man kann durch Halluzinogene bereits nach einmaligem Konsum schwere psychische Störungen bekommen, die hinsichtlich des verursachten Leidens in einer weitaus höheren Liga als Tinnitus spielen, unheilbar sind und auch nicht auf Therapien ansprechen.
      Woher weiß das der verehrte Gepeinigte, ich würde mir so eine Behauptung niemals anmaßen, vor allem dann nicht, wenn ich keinerlei Erfahrung mit den genannten Drogen hätte.

      So wie ich den Text verstanden habe, gibt es ernstzunehmende Hinweise darauf, dass selbst Mikro-Dosen der erwähnten Mittel evtl.
      einen heilsamen Einfluss auf die Selbstwahrnehmung haben könnten. Nämlich einen befreienden Einfluss, einen günstigen...

      Und wie von mir schon erwähnt, finde ich es sehr schlimm, mich nicht mehr aus negativen Gedankenschleifen befreien zu können, und wie von mir auch erwähnt, wirken herkömmliche ADs jedenfalls bei mir nicht mehr.

      Sehr schön übrigens der Garten der Gräfin, wie ich finde, Buchsbäume (abstrakt beschnitten), der Gärtner/die Landschaftsarchitekten müssen wohl unter irgendwelchen Drogen gestanden haben, wie sie diese abstrakten Gebilde geschaffen haben.
      Es gab da mal auf Arte einen Beitrag in der Reihe "Magische Gärten", hab ihn leider nicht mehr gefunden.

      Noch mal: Wäre das nicht ein vielleicht lohnenswerter Ansatz, LSD und Magic Mushrooms aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, Millionen reinzustecken in Placebo-kontrollierte und doppelt verblindete Studien...
      Zuletzt geändert von Thomas1962; 09.09.2018, 10:46.
      " Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben." Epiktet

      Kommentar


      • #4
        Woher weiß das der verehrte Gepeinigte, ich würde mir so eine Behauptung niemals anmaßen, vor allem dann nicht, wenn ich keinerlei Erfahrung mit den genannten Drogen hätte.
        Du willst doch jetzt nicht ernsthaft behaupten, dass man etwas gefährliches erst selber ausprobieren muss, um sich davon zu überzeugen, dass es wirklich gefährlich ist, oder?

        Ein Beispiel für eine schwere Erkrankung, die schon durch einmaligen Gebrauch von Halluzinogenen entstehen kann, ist die Hallucinogen Persisting Perception Disorder. Wenn du mir nicht glaubst, dann gib das mal als Suchbegriff bei Google Scholar ein oder lies im Forum http://hppdonline.com.

        So wie ich den Text verstanden habe, gibt es ernstzunehmende Hinweise darauf, dass selbst Mikro-Dosen der erwähnten Mittel evtl.
        einen heilsamen Einfluss auf die Selbstwahrnehmung haben könnten. Nämlich einen befreienden Einfluss, einen günstigen...
        Das kann ja durchaus sein, aber es wäre dumm hier die Risiken außer Acht zu lassen. Und leider gibt es nun mal erhebliche Risiken und die sollte man meiner Meinung nach nur eingehen, wenn die Lebensqualität wirklich im Eimer ist und man keine risikoärmere Alternativen hat. Es verwundert mich immer wieder, wenn Leute einerseits SSRIs verteufeln, aber Substanzen mit weitaus höherem Risiko unkritisch gegenüberstehen.

        Sehr schön übrigens der Garten der Gräfin, wie ich finde, Buchsbäume (abstrakt beschnitten), der Gärtner/die Landschaftsarchitekten müssen wohl unter irgendwelchen Drogen gestanden haben, wie sie diese abstrakten Gebilde geschaffen haben.
        Es gab da mal auf Arte einen Beitrag in der Reihe "Magische Gärten", hab ihn leider nicht mehr gefunden.
        Ich halte es für ein Problem, dass hier suggeriert wird, dass man sich für die Erbringung solcher Leistungen mit Drogen pushen muss. In dem Zusammenhang fragt es sich auch, ob es überhaupt Belege für einen leistungssteigernden Effekt von Halluzinogenen gibt. Vielleicht tendieren Personen, die von Haus aus sehr kreativ sind, eher dazu offen gegenüber Drogen zu sein.

        Noch mal: Wäre das nicht ein vielleicht lohnenswerter Ansatz, LSD und Magic Mushrooms aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, Millionen reinzustecken in Placebo-kontrollierte und doppelt abgesicherte Studien...
        Ich denke schon, denn es gibt leider zu viele Psychiatrie-Patienten, denen mit den jetzigen Psychopharmaka kaum geholfen werden kann. Kann man zeigen, dass die Halluzinogene tatsächlich bei bestimmten Problemen helfen, müsste man den Wirkmechanismus rausfinden und Medikamente entwickeln, die ihn ohne die Nebenwirkungen entfalten können. Dieses Vorgehen scheint bei Ketamin ja geklappt zu haben.

        Und wie von mir schon erwähnt, finde ich es sehr schlimm, mich nicht mehr aus negativen Gedankenschleifen befreien zu können, und wie von mir auch erwähnt, wirken herkömmliche ADs jedenfalls bei mir nicht mehr.
        Mit diesem Problem bist du nicht allein. Ich leide seit mehr als 4 Jahren an therapieresistenten Depressionen und habe mittlerweile rund 20 Psychopharmaka ausprobiert, aber leider keinen Erfolg gehabt.
        Zuletzt geändert von Der Gepeinigte; 01.06.2018, 19:59.

        Kommentar


        • #5
          Du willst doch jetzt nicht ernsthaft behaupten, dass man etwas gefährliches erst selber ausprobieren muss, um sich davon zu überzeugen, dass es wirklich gefährlich ist, oder?
          Nein, natürlich nicht. Man muss ja seine Nase auch nicht in einen Haufen Hundescheiße stecken, um zu wissen wie Hundescheiße riecht.

          Ein Beispiel für eine schwere Erkrankung, die schon durch einmaligen Gebrauch von Halluzinogenen entstehen kann, ist die Hallucinogen Persisting Perception Disorder. Wenn du mir nicht glaubst, dann gib das mal als Suchbegriff bei Google Scholar ein oder lies im Forum http://hppdonline.com.
          Kann schon sein, nur, nochmal: In dem erwähnten Artikel geht es um Mikro-Dosen und nicht um Rauschzustände.

          Ich halte es für ein Problem, dass hier suggeriert wird, dass man sich für die Erbringung solcher Leistungen mit Drogen pushen muss.
          Ich suggeriere überhaupt nichts, was weiß ich, was die Leute dazu bewogen hat, ihre Buchsbäume in dieser Weise zu gestalten, ein Tässchen Tee? Die Engländer waren schon immer etwas verrückt, wofür ich sie sehr schätze.

          Ich denke schon, denn es gibt leider zu viele Psychiatrie-Patienten, denen mit den jetzigen Psychopharmaka kaum geholfen werden kann. Kann man zeigen, dass die Halluzinogene tatsächlich bei bestimmten Problemen helfen, müsste man den Wirkmechanismus rausfinden und Medikamente entwickeln, die ihn ohne die Nebenwirkungen entfalten können. Dieses Vorgehen scheint bei Ketamin ja geklappt zu haben.
          Eben!

          Mit diesem Problem bist du nicht allein. Ich leide seit mehr als 4 Jahren an therapieresistenten Depressionen und habe mittlerweile rund 20 Psychopharmaka ausprobiert, aber leider keinen Erfolg gehabt.
          Das ist ja der Sinn eines Forums, für meine Begriffe, nicht allein zu sein...



          " Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben." Epiktet

          Kommentar


          • #6
            Kann schon sein, nur, nochmal: In dem erwähnten Artikel geht es um Mikro-Dosen und nicht um Rauschzustände.
            Wenn es Menschen gibt, die bereits bei einmaligem Konsum schweren Schaden nehmen, liegt es nicht allzu fern, dass diese Leute auch durch Microdosing Nebenwirkungen erleiden könnten. Genau weiß das natürlich keiner, denn Microdosing von Halluzinogenen scheint eine relativ neue Idee zu sein. Also gibt es dazu auch wenig Erfahrungen.

            Das ist ja der Sinn eines Forums, für meine Begriffe, nicht allein zu sein...
            Ja, darum ist es schade, dass Tinnitus.de mittlerweile ziemlich menschenleer ist.

            Kommentar


            • #7
              Um diesen Thread etwas aufzufrischen: es ist ja nicht so, dass nur LSD oder Psilocybin als Antidepressiva wenig bekannt und kaum erforscht sind, auch andere Therapiemöglichkeiten sind kaum erforscht, bekannt oder durch die Pharmaindustrie schwer behindert oder fast verunmöglicht.

              Ich spreche jetzt mal von neuropathischen Schmerzen: zusätzlich zu meinem TT (Innenohrschwerhörigkeit/TT/Hyperakusis), TT-Lautheit bei ca. 65 dB (die Stressgrenze bei äußeren Geräuschen liegt bei 60 dB), hat sich fast gleichzeitig, vor 22 Jahren, auch noch eine postzosterische Neuralgie dazugesellt, sprich: immer wiederkehrender Herpes auf der Oberlippe, bzw. die typischen Schmerzen. (Grund: ständige nervöse und seelische Anspannungen, kein Wunder!). Ich frage mich, wie ich das alles noch aushalte, trotz autogenem Training, Schlafhypnose, Atemtechniken und regelmäßigen Waldspaziergängen etc.

              Nun nehme ich wieder Pregabalin/Lyrica, es wirkt, sogar in der Mindestdosis von 25 mg, aber: es macht mich aggressiv und impotent, sogar in der Minimaldosierung.

              Demgegenüber verfolge ich die Diskussionen um THC (Cannabis-Derivate), wo ganz klar bewiesen ist, dass sie auch bei Nervenschmerzen helfen können; das Procedere aber, um sie verschrieben zu bekommen, ist jedoch unglaublich schwierig (ich verlinke da jetzt nichts, da ich noch was zu verlinken habe, was viel besser ist als mein Geschreibsel, siehe ganz unten, und da das sowieso jeder selber nachlesen kann, selbst Possums...)

              Vielleicht tendieren Personen, die von Haus aus sehr kreativ sind, eher dazu offen gegenüber Drogen zu sein.
              Ja, natürlich, Literaten und Alkohol z.B., ich erinnere mich an Baudelaire beispielsweise, der gemeint hat, dass man sich immer trunken machen müsse: mit Wein, mit Poesie oder mit Tugend, um das Elend der Welt und sein eigenes zu ertragen. Ich kann Baudelaire nur zustimmen, ich weiß nur noch nicht, ob ich eher der Poesie oder der Tugend den Vortritt lassen sollte, Prösterchen!

              Hier eine schöne Zusammenstellung zu Literaten und Alkohol > http://www.angelfire.com/poetry/alkohol/
              Zuletzt geändert von Thomas1962; 09.09.2018, 21:51.
              " Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben." Epiktet

              Kommentar


              • #8
                Demgegenüber verfolge ich die Diskussionen um THC (Cannabis-Derivate), wo ganz klar bewiesen ist, dass sie auch bei Nervenschmerzen helfen können; das Procedere aber, um sie verschrieben zu bekommen, ist jedoch unglaublich schwierig (ich verlinke da jetzt nichts, da ich noch was zu verlinken habe, was viel besser ist als mein Geschreibsel, siehe ganz unten, und da das sowieso jeder selber nachlesen kann, selbst Possums...)
                Wenn Pregabalin wirkt, dann solltest du von Cannabis lieber die Finger lassen. Es scheint tatsächlich manchmal zu helfen, aber dafür gibt es auch erhebliche Risiken.

                Wenn Pregabalin schon in der niedrigsten Dosis etwas bringt, vielleicht wäre das weniger potente Gabapentin einen Versuch wert. Ich werde es bald gegen meine Dysästhesien ausprobieren, die leider auf Pregabalin nicht angesprochen haben.
                Zuletzt geändert von Der Gepeinigte; 15.09.2018, 09:48.

                Kommentar


                • #9
                  Lieber Gepeinigter,

                  ich weiß um deine Verdienste um dieses Forum, immer bemüht, sachlich und nüchtern, wir "kennen" uns seit den holprigen Anfängen; über Stil und einen gewissen klugscheißerischen Duktus, der einem damals 17-Jährigen nicht gut angestanden hat, wollen wir uns nicht unterhalten, möglichst auch nicht über meine damalige Unfähigkeit mit Internet umzugehen, oder mit der Möglichkeit zu zitieren, zu editieren, zu verlinken etc.

                  Aber zwei Dinge sind mir immer aufgefallen:

                  - Dass TT, bzw. dessen Entstehung auch eine psychische Komponente haben kann: wem es seelisch schlecht geht, ist evtl. auch anfälliger für dieses Leiden, man könnte da vllt. auch von einer Vulnerabilität sprechen. Ich bin überzeugt davon, Beispiele dafür sind Legion...

                  - Rückenleiden: die seelische/psychische Komponente ist evident.

                  Du negierst das alles, bis heute, wo lebst du eigentlich, auf einem anderen Planeten?

                  Pregabalin ist kein gutes Mittel! Es wirkt zwar, aber es macht mich selbst in der Minimaldosierung von 25 mg gereizt und aggressiv, von anderen Nebenwirkungen gar nicht zu sprechen. Ich frage mich, wie Patienten mit der Maximaldosis von 275 mg drauf sind. Gapapentin und anderes waren noch übler. Ich habe diese Mittel alle genommen...

                  Der Vertretungsarzt, bei dem ich gelandet bin, wollte mir Pregabalin nicht verschreiben, auf den ersten Blick war er sympathisch, aber offensichtlich dumm. Auf meine Bemerkung, Pregabalin würde wenigstens helfen, sein Einwand: Salben (Aciclovir) auch. Ich hoffe, er hat begriffen, dass Aciclovir nur gegen die Entstehung von Herpes wirkt, aber nicht gegen neuralgische Schmerzen, die sich verselbständigt haben. Eine kleine Diskussion über Nutzen/Risiko-Abwägung folgte...

                  Ich solle zu einem Psychiater/Neurologen gehen. Gut! Ein Wunder, nach mehreren Telefonaten habe ich sogar für demnächst einen Termin bekommen.Ich werde mich überraschen lassen und die Tante auf zwei Dinge ansprechen:

                  - Dass herkömmliche ADs bei mir anscheinend ihre Wirkung verloren haben

                  - Was sie von Cannabis-Derivaten hält (möglicherweise hat sie davon noch nie was gehört, bei Ärzten halte ich inzwischen alles für möglich!!!)

                  Wenn Pregabalin wirkt, dann solltest du von Cannabis lieber die Finger lassen. Es scheint tatsächlich manchmal zu helfen, aber dafür gibt es auch erhebliche Risiken.
                  Es geht auch hier nicht um Rauschzustände, sondern um medizinische Effekte! Erhebliche Risiken gibt es bei Jugendlichen, die sich berauschen möchten, das will ich gar nicht bestreiten, weil sie ihre Eltern oder sonstwas sonst nicht mehr ertragen würden, aber ALKOHOL IST VIEL GEFÄHRLICHER, weil viele Leute nicht damit umgehen können.

                  Komisch, heute habe ich wieder einen netten Artikel bei der FAZ gefunden -> http://blogs.faz.net/blogseminar/islam-und-rausch/

                  Noch etwas Grundsätzliches zu Rauschmitteln/-Zuständen: Ich bezweifle, dass es die Menschheit in ihrer heutigen Form/Verfassung überhaupt gäbe: ohne Rauschmittel und Rauschzustände, angefangen von Pilzen, Alkohol, Cannabis, Opium-Derivaten, Kokain, Exstacy etc.
                  Von Kaffee, Tee und Schokolade überhaupt nicht zu reden...
                  Weil sich die Menschen insgeheim darüber bewusst sind, dass sie Irrläufer der Evolution sind, mehr oder weniger nichtswürdig und deshalb von Rauschmitteln abhängig...

                  Ausnahmen wie Upton Sinclair, oder Thomas Mann, in der oben erwähnten Abhandlung über Literaten und Alkohol, oder Der Gepeinigte, sind m.E. nur eine Ausnahme von der Regel.
                  Zuletzt geändert von Thomas1962; 15.09.2018, 18:29.
                  " Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben." Epiktet

                  Kommentar


                  • #10
                    Pregabalin ist kein gutes Mittel! Es wirkt zwar, aber es macht mich selbst in der Minimaldosierung von 25 mg gereizt und aggressiv, von anderen Nebenwirkungen gar nicht zu sprechen. Ich frage mich, wie Patienten mit der Maximaldosis von 275 mg drauf sind.
                    Das ist individuell sehr unterschiedlich. Bei 300 mg habe ich nur einen beruhigenden Effekt bemerkt, der aber auch schon in niedrigen Dosen wahrnehmbar war. Du hast wohl leider Pech mit den Nebenwirkungen.

                    Gapapentin und anderes waren noch übler. Ich habe diese Mittel alle genommen...
                    Hast du mal Tramadol getestet?

                    Dass herkömmliche ADs bei mir anscheinend ihre Wirkung verloren haben
                    Bei mir haben herkömmliche Antidepressiva noch nie gewirkt. Nur Mirtazapin hat eine positive Wirkung, auch wenn sie völlig unzureichend ist. In den nächsten Jahren werden hoffentlich einige neue Antidepressiva kommen, wie z. B. Rapastinel, die auch bei therapieresistenten Fällen helfen. Es hat vielleicht auch einen schmerzstillenden Effekt und könnte gerade auch deshalb für dich interessant sein. Bis dahin werde ich versuchen ein paar experimentelle Therapien auszuprobieren.

                    Erhebliche Risiken gibt es bei Jugendlichen, die sich berauschen möchten, das will ich gar nicht bestreiten, weil sie ihre Eltern oder sonstwas sonst nicht mehr ertragen würden, aber ALKOHOL IST VIEL GEFÄHRLICHER, weil viele Leute nicht damit umgehen können.
                    Alkohol induziert aber bei erstmaligem Konsum keine dauerhaften Psychosen, keine Hallucinogen Persisting Perception Disorder und diverse andere psychische Störungen, wie es bei Cannabis durchaus passieren kann. Solche Wirkungen können auch in höherem Alter auftreten. Ich halte deswegen Cannabis für gefährlicher als Alkohol, einfach weil das Risiko weniger kalkulierbar ist.

                    Was sie von Cannabis-Derivaten hält (möglicherweise hat sie davon noch nie was gehört, bei Ärzten halte ich inzwischen alles für möglich!!!)
                    Im Laufe meiner mehrjährigen Psychiatrie-Karriere habe ich Bekanntschaft mit mehr als 10 Psychiatern gemacht und vermute deswegen, dass sie es nicht ohne weiteres rausrücken wird. Kann aber auch sein, dass an meinem Wohnort Psychiater eher dazu neigen psychotherapiegläubig zu sein und deswegen nicht so großzügig mit Medikamenten sind.
                    Zuletzt geändert von Der Gepeinigte; 15.09.2018, 22:31.

                    Kommentar

                    Lädt...
                    X