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Die Retraining-Therapie (Einführung)

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  • Die Retraining-Therapie (Einführung)

    Dr. med Eberhard Biesinger
    Facharzt für HNO-Heilkunde

    Seit dem Tinnitus-Weltkongress in Portland 1995 hält ein neuer Begriff Einzug in die Diskussion um die Behandlung des chronischen Tinnitus: die sogenannte Retraining-Therapie.

    Dr. med. Eberhard Biesinger, Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Traunstein, führt in die Grundlagen der Therapie ein.

    Sie erhalten hier eine kurze Einführung und finden die Themen ausführlich in diesem Forum beschrieben.

    Aufklärung und Beratung

    Das Retraining beginnt mit der gezielten Information darüber, daß Tinnitus keine Krankheit des Ohres ist, sondern eine Fehlverarbeitung von akustischen Signalen im Gehirn. Dem Patienten wird verdeutlicht, daß die Abkopplung des Unterbewußtseins und der Wahrnehmung von den lästigen Geräuschen das Ziel der Therapie ist.

    Abschwächung der Stressreaktionen

    Die mit dem lästigen Ohrensausen verbundenen Streßreaktionen wie Nervosität, Übererregbarkeit, Schlafstörungen etc. können durch gezielte Entspannungstechniken und Körpertherapien heilend beeinflußt werden. Die Entspannungstechniken, aber auch Elemente der sog. alternativen Medizin wie z.B. Akupunktur, physikalische Maßnahmen, tragen dazu bei, daß es dem Patienten gelingt, seine Wahrnehmung auf andere, positive Dinge zu lenken. Hat der Patient die Anwendung von Körpertherapien und Entspannungstechniken erlernt, bekommt er in der Regel Schlaf- und Konzentrationsstörungen in den Griff.

    Behandlung seelischer Störungen

    Das dritte Element der Retrainingtherapie betrifft die Aufdeckung und Behandlung körperlich-seelischer (psychosomatischer) Störungen, die durch den Tinnitus ausgelöst bzw. betont werden. Ängste und Depressionen, Probleme des sozialen Umfeldes und auch Probleme bei der Arbeit müssen erkannt und behandelt werden.

    Die Geräteversorgung

    Für die Retrainingtherapie muß die herkömmliche Maskeranwendung abgelehnt werden, weil das Hörsystem durch diese Maßnahme nicht desensibilisiert werden kann und die Filterfunktion nicht angeregt wird. Die hierfür notwendige Geräteversorgung besteht darin, daß Geräte verwendet werden, die ein weißes Rauschen aussenden, also ein Geräusch, in dem alle für das menschliche Ohr wahrnehmbare Frequenzen enthalten sind.

    Die Ergebnisse der Retrainingtherapie

    Die mittlerweile veröffentlichten Ergebnisse dieser Therapie zeigen folgende Fakten: Nach sechsmonatiger Therapie war der Tinnitus bei 80 Prozent der Patienten gebessert, darunter bei 31 Prozent kaum mehr wahrnehmbar. Nach 24monatiger Therapie Betreuung zeigte sich, daß der Tinnitus bei 93 Prozent der Patienten gebessert, und bei 52 Prozent kaum mehr wahrnehmbar war.

    Die Diskussion

    Die Ergebnisse der Retrainingtherapie, die jetzt im Ansatz auch im deutschsprachigen Raum bestätigt werden können, lassen diese Therapie als eine große Hoffnung für Patienten mit chronischem Tinnitus erscheinen.
    Eine erste Übersicht in deutscher Sprache über die Tinnitus-Retrainingstherapie wird von Dr. Eberhard Biesinger in seinem neuen Buch ,,Die Behandlung von Ohrgeräuschen - was Tinnitus-Patienten das Leben leichter macht", Trias Verlag/ Stuttgart, gegeben.
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