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Geräteversorgung in der Retrainingtherapie

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  • Geräteversorgung in der Retrainingtherapie

    Dr. med Eberhard Biesinger
    Facharzt für HNO-Heilkunde

    Die bisher im deutschsprachigen Raum durchgeführte Therapie mit Tinnitusmaskern ging davon aus, daß ein Ohrgeräusch durch seine Verdeckbarkeit mit Hilfe eines Tongenerators (Tinnitus-Masker) behandelt werden kann. Die Erfolge dieser Verdeckungstherapie waren jedoch nicht ermutigend, meist war es notwendig, die Lautstärke des Gerätes so laut einzustellen, daß das Gerät selbst als störend empfunden wurde.


    Weißes Rauschen

    Die Akzeptanz der Tinnitusmasker war gering, die Behandlungsergebnisse sind nur bei einigen Patienten befriedigend. Für die Retrainingtherapie muß die herkömmliche Maskeranwendung abgelehnt werden, weil das Hörsystem durch diese Maßnahme nicht desensibilisiert werden kann und die Filterfunktion nicht angeregt wird.
    Die hierfür notwendige Geräteversorgung besteht darin, daß Geräte verwendet werden, die ein weißes Rauschen aussenden, also ein Geräusch, in dem alle für das menschliche Ohr wahrnehmbare Frequenzen enthalten sind. Damit soll erreicht werden, daß das Hörsystem mit dem ganzen Spektrum menschlicher Hörempfindungen stimuliert wird. Im Gegensatz zur Maskeranwendung wird die Lautstärke des Gerätes gerade überschwellig eingestellt, also keinesfalls verdeckend.
    Das Gerät soll zunächst etwa sechs Stunden täglich getragen werde. Im Umgang damit soll der Patient noch einmal daran erinnert werden, daß er nach Möglichkeit gar nicht mehr an den Tinnitus denkt. Vielmehr soll die akustische Aufmerksamkeit bewußt auf das Geräusch des Maskers gelenkt werden.

    HdO-Geräte

    Die derzeit zur Verfügung stehenden Geräte zur Retrainingtherapie sind in der Regel HdO-Geräte. Grundsatz bei der Geräteversorgung ist die weit offene Versorgung, um den Gehörgang möglichst nicht zu verschließen und dadurch die Wahrnehmung der normalen Umweltgeräusche nicht zu beeinträchtigen.
    Aus diesen Gründen ist die Versorgung mit einem HdO-Gerät der Versorgung mit einem Im-Ohr-Gerät vorzuziehen. Besteht gleichzeitig zum Tinnitus eine Schwerhörigkeit, so ist der Ausgleich der Schwerhörigkeit durch die entsprechende Hörgeräteversorgung die wichtigste Maßnahme. Dies kann eventuell mit einem Geräuschgerät kombiniert werden (sog. Tinnitusinstrument).

    Dauer: Zwei Jahre

    Die Dauer der Therapie wird von den anglo-amerikanischen Autoren auf ca. zwei Jahre beziffert. Dies betrifft jedenfalls die Versorgung mit dem Geräuschgerät. Die anderen Maßnahmen kommen fakultativ zum Einsatz. Dies bedeutet eine regelmäßige Betreuung und Indikationsiüberprüfung durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der somit zum "Coach" des Patienten wird.
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